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Tatkräftige Hilfe:Solidarität mit Flut-Opfern

Privatleute und Burschenvereine im Landkreis sammeln Spenden für die Menschen in den bayerischen Hochwassergebieten.

Von Barbara Mooser

Die Menschen im Landkreis Ebersberg zeigen sich solidarisch mit denjenigen, die durch das Hochwasser Hab und Gut verloren haben und nun neu anfangen müssen. Mehrere Spendenaktionen für die Flutopfer sind jetzt ins Leben gerufen worden - von Organisationen wie Privatpersonen.

Dass in einigen Regionen Bayerns Häuser bis zum ersten Stock unter Wasser stehen, Hab und Gut von Schlamm bedeckt ist und Familien in ihrer Existenzen bedroht werden, will zum Beispiel die geborene Ebersbergerin Veronika Hochreiter nicht einfach nur vom Fernsehsessel aus verfolgen. Schon 2002 hat die Unternehmerin spontan einige Tage in Pirna als freiwillige Helferin gearbeitet. Dort sah sie, wie zerstörerisch Hochwasser sein kann, und sie wurde in diesen Tagen auch Zeugin der Verzweiflung betroffener Menschen. Veronika Hochreiter hat nun spontan eine Hilfsaktion ins Leben gerufen, um den Flutopfern in Bayern zu helfen. Sie konnte Freunde und Bekannte zum Mitmachen motivieren und auch den Ebersberger Spediteur Georg Reischl gewinnen, der eine Halle zur Verfügung stellt und den Transport übernehmen wird.

Von Donnerstag an gibt es in Ebersberg eine Sammelstelle für Dinge, die man in den Überschwemmungsgebieten dringend benötigt: Kleinmöbel, Waschmaschinen, elektronische Kleingeräte, Elektrogeräte und Haushaltsgeräte, Decken, Handtücher und Bettwäsche, Matratzen, gut erhaltene Kleidung, Hygieneartikel und Spielsachen etc. Die Spenden werden von der Spedition kostenlos in die Krisenregionen geliefert. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich. "Wir leben im Speckgürtel und jeder hat genug, um mit den Menschen zu teilen, die durch das Hochwasser in Not geraten sind", sagt Veronika Hochreiter. Sie weiß, dass viele Menschen gerne spenden würden, wenn sie wüssten, wohin sie sich wenden können. Die Initiatorin hat nicht nur eine Sammelaktion für Sachspenden ins Leben gerufen, sie hat auch unter www.aktionfluthilfe.de einen Internetauftritt als Koordinations- und Netzwerkbörse gestartet, in dem man nachlesen kann, wo man Spenden abgeben und abholen kann, aber auch Termine veröffentlichen kann.

Die Sammelstelle befindet sich in Ebersberg in der Anzinger Straße 10 im Gewerbegebiet Nord, nahe beim TÜV. Gesammelt wird hier am Donnerstag und Freitag, 13. und 14. Juni, von 15 bis 19 Uhr, am Samstag, 15. Juni, von 12 bis 18 Uhr, sowie am Montag und Dienstag, 17. und 18. Juni, jeweils von 15 bis 19 Uhr. Alle Spenden sollen möglichst nach Warengruppen sortiert in beschrifteten Umzugskartons verpackt sein. Weitere Auskünfte gibt es auf www.aktionfluthilfe.de oder bei Veronika Hochreiter unter 0172/966 17 11.

Doch auch die Burschenvereine in Zorneding und Vaterstetten wollen helfen. Beide Vereine sammeln am Samstag, 15. Juni. In Zorneding kann man von 9 bis 14 Uhr Hilfsgüter am Wertstoffhof am Sportpark abgeben. Vor allem Handschuhe, Schaufeln, Besen, Hochdruckreiniger, Wasserpumpen, Reinigungsartikel, Elektrogeräte, Möbel und Hausrat werden gesammelt. Ähnliche Artikel sammeln auch die Vaterstettener. Hier kann man von 10 bis 14 Uhr am Verkehrsübungsplatz in der Johann-Sebastian-Bach-Straße Hilfsgüter abgeben. Die Spenden werden von den Burschen selbst nach Deggendorf gebracht, wo der Kreisjugendring die Verteilung übernehmen wird.

© SZ vom 12.06.2013
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