SZ-Serie: Kein Advent ohne...Adventssingen und Weihnachtspunk

Lesezeit: 2 Min.

Peter Hinz-Rosin

Philipp Spiegelsberger mag alte und neue Traditionen

Von Franziska Bohn

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Immer wieder dieser Advent - berühmt für "Last Christmas" und Plätzchenbacken, berüchtigt für "Stirb langsam" und Lichterkettenaufhängen. Wir haben für unsere Serie "Kein Advent ohne..." Menschen aus dem Landkreis Ebersberg gefragt, welche Tradition, welches Lied oder welches Accessoire bei ihnen in der Adventszeit auf keinen Fall fehlen darf:

"Ich freu mich immer richtig auf den Advent", sagt Philipp Spiegelsberger , Geschäftsführer des Kreisjugendrings Ebersberg: "Advent ist schön, man kommt runter und um alles andere kann ich mir danach wieder Gedanken machen." Er ist zwar bekennender Atheist, die Adventszeit ist aber auch für ihn eine Zeit zur Besinnung. Auch er möchte auf manches im Advent nicht verzichten: Seit er ein kleines Kind war, besucht er zusammen mit seiner Familie vor Weihnachten das Adventssingen. Seine Mutter, die Volkssängerin ist, singt dabei gemeinsam mit Spiegelsbergers Onkel und Tante. "Ich habe noch keines verpasst!" Jedes Jahr findet das Konzert an einem anderen schönen Ort statt. Spiegelsberger erinnert sich zum Beispiel an ein Adventssingen im Kloster Seeon, in einem schönen Barocksaal. "Das war so eine schöne Atmosphäre dort", schwärmt er.

Da findet er Zeit zur Besinnung und reflektiert, was im Jahr gut gelaufen ist - und was nicht. Auch er selbst singt für sein Leben gerne, auch wenn er es nach eigener Aussage "überhaupt nicht" kann. "Meine Freunde sagen, ich bin jedes Mal einen Halbton drüber oder drunter", sagt er und lacht. Musikalisch begleitet ihn in dieser Jahreszeit Weihnachtspunk - mit weihnachtskritischem Text. Wenn er vor Weihnachten aber zusammen mit seiner Mutter kocht, laufen auch bei ihm die klassischen Weihnachtssongs. "Zuerst hören wir unsere Schallplatten durch, danach läuft das Radio mit den Weihnachtshits", erzählt er.

Auch sein Arbeitsalltag ist während der Weihnachtszeit nicht so stressig wie sonst: Die meisten Veranstaltungen des Kreisjugendrings sind im Oktober und November, "im Dezember mache ich das, was das Jahr über liegen geblieben ist und plane für das nächste Jahr", sagt er.

Die zweite Sache, auf die er sich freut: seine Freundinnen und Freunde am Samstag vor Weihnachten auf dem Rosenheimer Weihnachtsmarkt zu treffen. "Zu Weihnachten kommen immer alle nach Hause. Wir sehen uns teils nur einmal im Jahr und trinken dann zusammen Glühwein oder Punsch und erzählen, wie das Jahr so verlaufen ist." Er findet es schön Leute zu treffen, die man nicht so oft sieht. Der Weihnachtsmarkt ist für den gebürtigen Rosenheimer jedes Jahr ein fixer Termin. "Das macht den Dezember für mich einfach aus."

Der 32-Jährige lebt seit fünf Jahren vegan. Plätzchen naschen gehört wie für die meisten auch für ihn zum Advent dazu: "Meine Lieblingsplätzchen sind Spitzbuben, die hat meine Oma immer gebacken." Spitzbuben bestehen aus zwei Teilen Mürbteig, die mit Marmelade zusammengeklebt werden. Als seine Oma im vergangenen Jahr gestorben ist, hat er selbst versucht sie zu backen: "Die sind echt lecker, kommen aber an die von meiner Oma nicht ran", erzählt er.

© SZ vom 12.12.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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