Süddeutsche Zeitung

Natur im Landkreis:Immer weniger gefiederter Besuch

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In ganz Bayern wurden vom 5. bis 7. Januar Vögel beobachtet. Auch mehr als 360 Menschen im Landkreis Ebersberg haben bei der Aktion mitgemacht.

Von Pia Hitzer, Ebersberg

"Bei mir in der Nachbarschaft waren so wenig Vögel wie noch nie", erzählt Richard Straub vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Auch er hatte gemeinsam mit mehr als 360 Menschen im Landkreis die Augen offen gehalten am Wochenende vom 5. bis 7. Januar. Ausschau gehalten wurde nach Vögeln, denn "Die Stunde der Wintervögel" stand an. In knapp 280 Gärten wurden im Landkreis Ebersberg an diesem Wochenende insgesamt fast 9000 Vögel beobachtet, in ganz Bayern waren es sogar 600 000. Durchschnittlich sind das 31 gefiederte Gäste pro Ebersberger Garten.

Auch wenn das erst mal eine höhere Zahl als im vergangenen Jahr darstellt, ist der langfristige Trend laut LBV und dem bundesweiten Partner Nabu nicht so positiv. Diese haben nun mitgeteilt, dass die Anzahl der gesichteten Vögel seit Beginn der Zählaktion stetig abnehme. So war es auch in Richard Straubs Garten. "Die Vögel, die kamen, waren nur die häufigen Arten", fügt das langjährige LBV-Mitglied außerdem hinzu. Amseln und Kohlmeisen seien beispielsweise dabei gewesen, diese stehen auch auf der Liste der im Landkreis gesichteten Arten mit ganz oben. Zusammen mit dem Haus- und Feldsperling und der Blaumeise stellen sie die Top-Fünf gesichteten Arten, sowohl im Landkreis als auch in ganz Bayern.

Was kann man tun, für die Vögel und die Artenvielfalt?

Um mehr Vögel anzuziehen, empfiehlt Straub zu füttern, und zwar so, dass für jeden etwas dabei ist. Körner seien beispielsweise nur für manche Vögel gut essbar. Rotkehlchen würden Weichfutter präferieren, also leicht geölte Haferflocken, während Amseln naturbelassene Rosinen liebten. Auch sei ein möglichst naturbelassener Garten sehr einladend für die gefiederten Gäste.

Ebenfalls entgegenkommen kann man den Vögeln, indem man große Fensterfronten mit Musterfolien beklebt oder diese anderweitig schmückt. Dies soll einen sogenannten Vogelschlag verhindern, also eine Kollision des Vogels mit der Scheibe. Ungeschmückten Glasscheiben fallen laut LBV jährlich geschätzt mehr als 100 Millionen Vögel zum Opfer. Wer Straubs Ratschläge befolgt, kann also möglicherweise bei der nächsten Vogelzählung vom 9. bis 12. Mai schon mehr außergewöhnliche Gäste im Garten beobachten.

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