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Strom vom Rathausdach:O'zapft wird

YourCharge - E-Mobilty Stromanschlüsse

Eine solche Wallbox in der Rathaus-Garage soll vorübergehend das neue Elektrofahrzeug der Zornedinger Autoteiler mit Strom versorgen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Zorneding stellt Autoteilern E-Ladestation zur Verfügung

Von Andreas Junkmann, Zorneding

Wenn ein Rathaus sprichwörtlich unter Strom steht, dann bedeutet das in diesen Pandemie-Tagen zumeist nichts Gutes. Anders in Zorneding, wo die Behörde künftig tatsächlich geradezu elektrisiert sein wird: Während die Photovoltaikanlage auf dem Dach bereits fleißig Sonnenstrahlen in Strom umwandelt, soll damit schon bald ein Elektroauto in der Tiefgarage betankt werden können. Eine entsprechende Anfrage hatten die Zornedinger Autoteiler an die Gemeinde gestellt, die eine Übergangslösung fordern, bis die E-Zapfsäulen auf dem Rathausparkplatz in Betrieb gehen. Diesem Gesuch ist der Gemeinderat nun in seiner jüngsten Sitzung nachgekommen.

Entsprechend soll einer der Stellplätze in der Garage mit einer sogenannten Wallbox ausgestattet werden, die eine Ladeleistung von bis zu elf Kilowatt bereitstellt. Eine solche Übergangslösung sei "aus Sicht der Klimaschutzziele sehr positiv zu bewerten", heißt es dazu von der Rathausverwaltung. Vor allem könne eine Wallbox recht kurzfristig eingerichtet werden, während es bis zur öffentlichen Ladesäule auf dem Parkplatz noch etwas länger dauern werde. In der Zwischenzeit könne das neue Auto des Carsharing-Vereins bereits zur CO₂-Einsparung beitragen, die Verwaltung nennt einen Wert von 1,6 Tonnen für den betreffenden Zeitraum. Auch aus langfristiger Sicht sei der Vorschlag zu begrüßen, schließlich könne an dem Stellplatz später ein weiteres kommunales Elektroauto geladen werden. Denkbar sei auch, die Zapfsäule den Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, damit "die Attraktivität der Gemeinde als Arbeitgeber gesteigert wird", wie es von der Verwaltung heißt.

Eine genaue Kostenkalkulation liegt dem Rathaus derzeit noch nicht vor, die Behörde rechnet aber mit einem Betrag zwischen 2000 und 4000 Euro für die Installation. Etwas teurer dürften die Zapfsäulen auf dem Parkplatz werden. Auch dafür fehlen zwar noch belastbare Summen, in der Verwaltung geht man aufgrund von Vergleichswerten mit anderen Ladeeinrichtungen aber von rund 5000 bis 8000 Euro aus. Fördermittel gibt es dafür im Moment jedoch keine, weshalb die Planung der Einrichtung auf dem Parkplatz vorerst aufgeschoben wird.

In der Zwischenzeit soll das Elektrofahrzeug der Autoteiler aber bereits in der Tiefgarage betankt werden können. Dafür sprachen sich die Gemeinderäte einstimmig aus. Eine kleine Diskussion gab es lediglich darum, ob man den Strom in der Übergangsphase kostenlos zur Verfügung stellen wolle. Nein, sagten etwa Patrick Eichler (CSU) und Helmut Obermaier (Grüne) - und hatten damit die Mehrheit des Gremiums hinter sich. Dieses einigte sich schließlich darauf, dass man den Autoteilern einen Pauschalbetrag für die Ladung in Rechnung stellen wolle. Wie hoch dieser sein wird, hängt vom tatsächlichen Verbrauch ab. "Wir werden das ein paar Monate beobachten und schauen, wie das Nutzungsverhalten ist", sagte dazu Bürgermeister Piet Mayr (CSU).

© SZ vom 30.11.2020
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