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Straßenfotografie:Kindermädchen mit Kamera

Finding Vivian Maier (2014), Filmszene

Posthum berühmt: die Fotografin Vivian Maier. In Rosenheim ist nun eine Dokumentation zu sehen.

(Foto: Veranstalter)

Rosenheimer Galerie zeigt Film über Vivian Maier

"Geheimnisvoll, exzentrisch, zurückgezogen, aber durchaus auch dreist" - so wird Vivian Maier von ihrem Umfeld beschrieben. Der Dokumentarfilm "Finding Vivian Maier", den die Städtische Galerie Rosenheim an diesem Freitag, 18. Januar, um 19 Uhr im Rahmen ihrer aktuellen Fotoausstellung "Menschenskinder" zeigt, erzählt die unglaubliche Geschichte dieser außergewöhnlichen Nanny aus New York, die posthum zu einer der bekanntesten Straßenfotografinnen des 20. Jahrhunderts wurde.

Vivian Maier (1926 bis 2009) schuf ihr Oeuvre gewissermaßen im Verborgenen. Als Tochter einer französischen Immigrantenfamilie arbeitete sie Zeit ihres Lebens in New York und Chicago als Kindermädchen. Mit den ihr anvertrauten Buben und Mädchen unternahm sie stundenlange Streifzüge, den Finger stets am Auslöser ihrer Kamera. So hielt sie in beeindruckenden Kompositionen fest, was ihr vor die Linse kam: durch Hochhausschluchten hetzende Städter, spielende Kinder zwischen ungeheurem Reichtum und erschreckender Armut - berührende Alltagsszenen. In Spiegeln und Schaufenstern, als Schatten oder Umriss geistert Vivian Maier dabei auch immer wieder selbst durch ihr Werk. Der Sammler John Maloof, der ihre Werke 2007 bei einer Haushaltsauflösung zufällig entdeckte und sie seither weltweit präsentiert, verfolgt in seiner filmischen Dokumentation das Mysterium Vivian Maier und begibt sich auf Spurensuche.

Vivian Maiers berühmte Zeitgenossen wie etwa Edward Weston oder August Sander sind derzeit in der Städtischen Galerie Rosenheim im Rahmen der Ausstellung "Menschenskinder" zu sehen. Die Ausstellung, die vollständig aus der privaten Sammlung Spall-Art kuratiert wurde, widmet sich der Porträtfotografie und durchstreift entlang der Werke zeitgenössischer Künstler wie Irene Andessner oder Fritz Simak sowie weltbekannter Klassiker die unterschiedlichen Facetten des Genres vom frühen 20. Jahrhundert bis heute.

Vor und nach dem Film haben die Besucher und Besucherinnen die Gelegenheit zu einem Ausstellungsrundgang. Wer mehr über das Genre der Porträtfotografie erfahren möchte, ist zudem eingeladen zu einer Ausstellungsführung mit der Kuratorin Elisabeth Rechenauer am Sonntag, 20. Januar, um 14 Uhr.