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Straßenbauarbeiten:Der Verkehr rollt wieder

Seit Ende Juli war wegen Bauarbeiten die Ebersberger Ortsdurchfahrt gesperrt. Nun sind die Umleitungen wieder aufgehoben. Stadt und Polizei ziehen eine positive Bilanz

Die Zeiten, in denen Bürgermeister Walter Brilmayer bisweilen ungestört bei offenem Fenster in seinem Büro im Rathaus arbeiten konnte, sind vorbei: Der Verkehr durch die Ebersberger Innenstadt rollt seit Freitagmorgen wieder. Die Umleitungsschilder sind abgebaut, die Eberhardstraße ist wieder wie gewohnt befahrbar. Ende Juli hatten die Arbeiten am Straßenbelag sowie die Verlegung der neuen Wasser- und Gasleitungen begonnen, so lange war auch der Durchgangsverkehr aus der Stadt verbannt worden. Das von einigen befürchtete Chaos ist nicht eingetreten, die Bilanz fällt bei allen Beteiligten positiv aus.

Insgesamt liefen die Arbeiten recht reibungslos. Die Erneuerung der Fahrbahndecke zwischen Klostersee und Ulrichstraße durch das Staatliche Bauamt Rosenheim dauerte sogar nur zwei statt der ursprünglich kalkulierten drei Wochen; dieser Abschnitt konnte also schon am 9. August wieder für den innerörtlichen Verkehr freigegeben werden. Etwas länger als geplant dauerten hingen die Arbeiten, die in der Verantwortung der Stadt Ebersberg lagen - das lag aber nicht an Problemen mit Baufirmen oder dem Wetter, sondern vielmehr an der reichen Historie der Kreisstadt: Bei den Bauarbeiten kamen archäologische Relikte ans Tageslicht, die erst freigelegt, vermessen und fotografiert werden mussten, bevor es wieder weitergehen konnte. Statt bereits am 9. September wurde das kleine Stückchen der Eberhardstraße hinter dem Rathaus erst jetzt wieder für den Verkehr freigegeben.

Acht Wochen lang war die Ortsmitte für den Durchgangsverkehr gesperrt. Seit Freitagvormittag sind die Arbeiten in der Eberhardstraße abgeschlossen, allerdings hat sich das zunächst noch nicht rumgesprochen, es war deutlich weniger los als sonst.

(Foto: Christian Endt)

Der Bürgermeister selbst stellte dieses Faktum beim Blick aus seinem Fenster fest: Statt Baufahrzeugen sei nun wieder "Otto Normalverbraucher" vor seinem Fenster unterwegs, sagte er am Freitagvormittag. "Ganz zufrieden" ist Walter Brilmayer mit dem Verlauf der Bauarbeiten und dem Ergebnis. Dass die Eberhardstraße nun mit einem lärmmindernden Belag ausgestattet sei, sei "ganz wichtig" für die Anwohner, unterstrich der Bürgermeister. Auch der Austausch der Wasserleitungen sei nun mal dringend erforderlich gewesen.

Die betroffenen Geschäftsleute hätten die Bauzeit mit kreativen Aktionen und großem Entgegenkommen bewältigt: "Hut ab, muss man da sagen." Von Seiten der Stadt habe man sich bemüht, stets aktuell und transparent über die Bauarbeiten zu informieren, die im Bereich des Marienplatzes noch ein bisschen andauern werden. In etwa zwei Wochen, so die Prognose des Bürgermeisters, werden aber auch hier die Baufahrzeuge abziehen. Interessant sei für ihn gewesen, mit welch großem Interesse die Ebersberger die Bauarbeiten verfolgt hätten - manche Zaungäste seien an der technischen Seite interessiert gewesen, viele aber auch an den archäologischen Ausgrabungen. Deshalb hat der Bürgermeister die zuständige Archäologin auch bereits gebeten, bald in einem Vortrag über die neuen Funde in der Kreisstadt zu informieren.

Am Marienplatz wird noch ein bisschen länger gearbeitet. In spätestens zwei Wochen soll aber auch hier alles fertig sein.

(Foto: Christian Endt)

Positiv äußert man sich auch bei der Polizei über den Verlauf der Bauarbeiten und der damit verbundenen Straßensperrungen. "Die Polizei kann im Prinzip zufrieden sein", so das Fazit von Stephan Mittermaier, der bei der Polizei Ebersberg für den Bereich Verkehr zuständig ist. Zu kleineren Irritationen sei es vor allem am Anfang der Bauzeit gekommen, danach habe sich alles relativ gut eingespielt. Gut gelungen sei es, den Schwerverkehr aus der Ebersberger Innenstadt herauszuhalten, innerörtlich hätten sich die Autofahrer bisweilen Schleichwege über Anliegerstraßen gesucht, doch auch hier sei es nicht zu größeren Problemen gekommen. "Es gab immer wieder Kleinigkeiten, über die wird die Polizei dann aber oft gar nicht informiert", erläutert Mittermaier. Dass alles vergleichsweise entspannt ablief, liegt seiner Meinung nach auch daran, dass sehr gut und rechtzeitig über die Arbeiten und die damit verknüpften Behinderungen informiert worden sei - etwa auf den großen Transparenten am Ortseingang.