Die Störche im Landkreis Ebersberg zeigen sich in diesem Jahr widerspenstig: Während sie in Ebersberg einen Bahn-Strommast partout nicht verlassen wollen, obwohl das Domizil dort aufgrund von Gefahren für Tier und Bahn suboptimal ist, verschmähen sie in Markt Schwaben einen Horst, den sie jahrelang gern bewohnt haben. Vom Kindergarten sind sie jetzt aufs Dach des katholischen Pfarrhofs umgezogen und haben hier auch schon mit der Ei-Ablage begonnen. Die Konsequenz: Die gerade erst vor ein paar Jahren neu angeschaffte Storchenkamera, die zuverlässig wunderbare Einblicke aus dem Nest am Kindergarten geliefert hat, zeigt nur noch sporadisch Störche – dann nämlich, wenn sie Nistmaterial für ihre neue Unterkunft abholen.

„Ein Storch landet auf dem Horst, sucht sich einen Zweig aus und fliegt damit wieder ab“, sagt Richard Straub, Markt Schwabener Storchenfachmann und stellvertretender Vorsitzender des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) im Landkreis Ebersberg. Dabei hatten er und seine Mitstreiter gerade erst im Februar noch den alten Horst auf Vordermann gebracht und mehr als einen Zentner Müll und altes Nistmaterial aus der Storchenstube entfernt. Zunächst zogen die aus dem Winterquartier zurückgekehrten Störche auch wieder im alten Horst ein, bevor sie sich dann offenbar für einen Tapetenwechsel entschieden.
Verzweifelt sei er deshalb aber nicht, so Straub, auch wenn man erst vor ein paar Jahren in eine neue Webcam investiert habe, mit der man Balkone und Fenster zum Schutz der Nachbarschaft verpixeln kann. Durch die gute Entwicklung des Weißstorch-Bestandes bestehe aber die Hoffnung, dass sich auf dem Kindergarten ein anderes Storchenpaar ansiedle – und dann auch wieder per Webcam Einblicke in das Familienleben biete.

