Gastronomie:Wechsel am Steinsee?

Lesezeit: 2 min

Gastronomie: Herbstliche Ruhe am Strandbad, verschlossene Türen im Restaurant: Wann hier wieder eingekehrt werden kann, ist momentan unklar.

Herbstliche Ruhe am Strandbad, verschlossene Türen im Restaurant: Wann hier wieder eingekehrt werden kann, ist momentan unklar.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Das Restaurant ist seit Ende September auf unbestimmte Zeit geschlossen, über einen Pächterwechsel wird spekuliert. Chef Karl-Heinz Wildmoser bestätigt, dass Gespräche über das Familienbad und die Gastronomie geplant sind und verspricht: "Es geht auf alle Fälle weiter."

Von Barbara Mooser, Moosach

Um an einem lauen Augustabend noch einen Aperol Spritz zu genießen, ist die Terrasse des Restaurants am Steinsee ein wunderbarer Ort: Über eine sanft abfallende Rasenfläche blickt man auf den See, das Wasser glitzert im Sonnenuntergang. Tagsüber ist das Strandbad am Steinsee perfekt für die ganze Familie. Ein Trampolin, ein Spielplatz und Ballspielflächen lassen bei der Jugend keine Langeweile aufkommen, Erwachsene genießen die gepflegten Liegewiesen und die Loungebereiche. "Do more of what makes you happy", steht auf einem der Bäume. Doch es stehen wohl Veränderungen an: Gerüchten zufolge will der Münchner Gastronom Karl-Heinz Wildmoser das Bad und Restaurant, das er seit 2014 gepachtet hatte, aufgeben. Er selbst erklärt, dass Gespräche mit dem Eigentümer des Areals über die Zukunft geplant seien und verspricht: "Es geht auf alle Fälle weiter."

Wildmoser hatte vor acht Jahren das Restaurant wiederbelebt, das zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren leer stand. Auch das Familienbad hat er auf Vordermann gebracht. Auf 30 Jahre hat Wildmoser, der in München auch das "Café am Marienplatz" betreibt, im Jahr 2014 das Areal von Klaus Gruber, dem Besitzer des Freibads, gepachtet. Die "absolut idyllische, ruhige Lage" habe es ihm angetan, sagte der Sohn des gleichnamigen, früheren Präsidenten des TSV 1860 München damals der SZ Ebersberg.

Gastronomie: 2014 hat Karl-Heinz Wildmoser das Familienbad und das Restaurant als Pächter übernommen. Zuvor war die Gastronomie einige Jahre geschlossen.

2014 hat Karl-Heinz Wildmoser das Familienbad und das Restaurant als Pächter übernommen. Zuvor war die Gastronomie einige Jahre geschlossen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Nicht nur die Ebersberger, auch viele Gäste aus dem weiteren Umland freuten sich über die Wiederbelebung des Restaurants, in dem "regional-mediterrane Küche" serviert wurde, wie es der Chef selbst beschrieb. Doch die anfangs euphorischen Kritiken in den einschlägigen Restaurant-Bewertungsportalen wichen in letzter Zeit oft recht deutlicher Kritik: unfreundlicher Service, hohe Preise, nachlassende Qualität, so lauteten die Vorwürfe in vielen Rezensionen. Ebenso gab es in den vergangenen Jahren Kritik an den hohen Eintrittspreisen für das Strandbad: Für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf wurden 7,50 Euro berechnet, für Kinder von sechs bis zwölf immer noch fünf Euro. "Schöner See, aber die Eintrittspreise gehen gar nicht", so eine der moderateren Anmerkungen im Internet, andere Besucher sprechen von "Abzocke" und "Unverschämtheit".

Spaziergänger können inzwischen wieder zum See

Bereits Ende September hat das Restaurant geschlossen - Betriebsurlaub, so die Information auf entsprechenden Schildern und im Internet, freilich ohne die Information, wie lange dieser Urlaub dauern würde. Auch der Zugang zum Steinsee war längere Zeit versperrt, was ebenfalls viele verärgerte, denn vom 1. Oktober bis zum 30. April muss der freie Seezugang möglich sein, Rechtsgrundlage ist hierfür nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde die Bayerische Verfassung und das Bayerische Naturschutzgesetz.

Es habe offene Fragen wegen der Verkehrssicherungspflicht gegeben, sagt Wildmoser hierzu. Inzwischen können Spaziergänger wieder über den Freibad-Eingang zum See, Schilder weisen darauf hin, dass der Zutritt auf eigene Gefahr geschieht und bitten darum, dass Besucher sich rücksichtsvoll verhalten sollen.

Gastronomie: Bis vor kurzem war der Zugang zum Seegelände verschlossen...

Bis vor kurzem war der Zugang zum Seegelände verschlossen...

(Foto: Peter Hinz-Rosin)
Gastronomie: ... jetzt haben Spaziergänger hier wieder Zutritt, allerdings auf eigene Gefahr, wie auf dem Kassenhäuschen und mehreren Schildern zu lesen ist.

... jetzt haben Spaziergänger hier wieder Zutritt, allerdings auf eigene Gefahr, wie auf dem Kassenhäuschen und mehreren Schildern zu lesen ist.

(Foto: Martin Hecht/oh)

Was die Zukunft des Bads und des Restaurants betrifft, gibt sich Wildmoser derzeit noch bedeckt. Es werde voraussichtlich in zwei Wochen ein Gespräch mit dem Eigentümer des Seeareals geben, der derzeit noch verreist sei, sagt er: "Wir werden uns zusammensetzen und über das Thema reden." Dass er den Steinsee aufgeben will, bestätigt Wildmoser nicht direkt, dass sich aber Veränderungen ergeben könnten, durchaus. "Ich muss meine veränderte familiäre Situation berücksichtigen", sagt er. Mit 58 sei er nochmals Vater geworden, "ein Geschenk Gottes", was aber auch erforderlich mache, einige Prioritäten anders zu setzen. In den Gastronomiebetrieb am Steinsee habe er in den vergangenen Jahren viel Zeit investiert, schließlich brauchten die Mitarbeiter einen Ansprechpartner, auch die Gäste erwarteten seine Anwesenheit. Es werde aber auf jeden Fall weitergehen am Steinsee - wie genau, das müsse noch geklärt werden.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusGastronomie
:"Die Leute verstehen die Preise nicht"

In Taglaching hat der Biergarten wieder eröffnet - mit neuen Wirten, neuem Konzept und neuer Speisekarte. Den Gästen schmeckt vieles, außer die Rechnung. Was darf, oder besser: muss, Gastronomie kosten?

Lesen Sie mehr zum Thema