Nach Rauswurf in Steinhöring Solidaritätsaktion für Gertrud Hanslmeier-Prockl

Gertraud Hanslmeier-Prockl (Zweite von links) im August 2012 bei einer Spendenübergabe an ihren Einrichtungsverbund.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Nach der umstrittene Kündigung der Leiterin des Steinhöringer Einrichtungsverbunds laden Mitarbeiter, Klienten, Bewohner und Eltern zu einer Kundgebung ein.

Von Barbara Mooser, Steinhöring

Ein Zeichen dafür, dass sie auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten, wollen Mitarbeiter, Klienten sowie Bewohner und deren Eltern an diesem Dienstag im Einrichtungsverbund Steinhöring setzen. In der Mehrzweckhalle gibt es von 15.30 bis 16 Uhr ein religiöses Angebot mit dem Motto "Verbundenheit in stürmischen Zeiten".

Nach dem überraschenden Rauswurf von Gertrud Hanslmeier-Prockl, der bei den Beschäftigten und Betreuten zu großer Trauer, Wut und Betroffenheit geführt hat, wolle man zeigen, dass man nach wie vor füreinander da sei, sagt Rudi Baumann, Verwaltungsleiter im Einrichtungsverbund. Es gehe aber auch darum, Solidarität mit der langjährigen Chefin zu beweisen und den Wunsch auszudrücken, dass sie nach Steinhöring zurückkehrt. Dies sei ja auch bereits mit einer großen Unterschriftenaktion geschehen, so Baumann.

Dass sich Kardinal Reinhard Marx öffentlich mit der geschassten Einrichtungsleiterin solidarisch zeigt, ist hingegen vorerst nicht zu erwarten. Abgeordnete aus dem Landkreis hatten das über die Parteigrenzen hinweg in einem Brief an Marx gefordert. Man müsse zunächst abwarten, was beim Güterichtverfahren herauskomme, dem vor dem Arbeitsgericht beide Parteien zugestimmt hätten, so eine Sprecherin des Ordinariats: "Der Ball liegt zwischen den Parteien, dort gehört er auch hin." Im Übrigen sei die Katholische Jugendfürsorge als Trägerin des Einrichtungsverbundes ein eigener Verband mit eigenen Gremien, der in seinen Entscheidungen unabhängig sei.

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