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Statistik:Stabil durch die Krise

Arbeitslosenquote bleibt im Landkreis bei 2,7 Prozent

Zumindest auf den Arbeitsmarkt scheint die Corona-Krise kaum noch weitere Auswirkungen zu haben. Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit nahezu gleich geblieben, Ende August hatten im Landkreis Ebersberg 2238 Personen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das sind zwar 64 mehr als noch im Juli, die Quote bleibt aber unverändert bei 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Zuwachs indes deutlich, für den August 2019 verzeichnet die Statistik der auch für Ebersberg zuständigen Agentur für Arbeit Freising noch eine Quote von 1,9 Prozent. Einen kleinen Lichtblick bietet die Statistik allerdings auch: Insgesamt haben sogar wieder mehr Leute eine Arbeit als im Juli. Aktuell sind im Landkreis 3707 Personen ohne Job - mit und ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld -, 22 weniger als vor einem Monat.

"Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiterhin sichtbar", so Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising. Allerdings sei die leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit im August eher eine saisonale Angelegenheit: "Im August melden sich jedes Jahr verstärkt junge Menschen arbeitslos, die nach dem Ende ihrer dualen Ausbildung keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben oder noch auf einen Studienplatz warten." Dieser Effekt ist offenbar in den Nachbarlandkreisen deutlicher ausgeprägt als in Ebersberg: So stieg die Quote in Erding von 2,7 auf 2,9 Prozent, in Dachau von drei auf 3,1 Prozent und in Freising von 3,1 auf 3,2 Prozent. Im Amtsbezirk der Agentur liegt sie damit bei drei Prozent, im Juli waren es noch 2,9 gewesen. Besonders betroffen sind Personen unter 25 Jahren, hier hat die Agentur einen Anstieg um 0,9 Prozentpunkte auf nun 3,7 Prozent festgestellt. Erfahrungsgemäß gehe diese Quote in den Wochen nach den Sommerferien wieder zurück, so Windisch, trotz schwierigerer Rahmenbedingungen durch die Krise sei dies auch heuer zu erwarten: "Es herrscht aktuell durchaus Bewegung auf dem Arbeitsmarkt."

Im Bereich Ausbildung bedeutet dies, dass aktuell in allen vier Landkreisen noch 1117 Stellen offen sind. Darunter 143 Ausbildungsplätze für Einzelhandelskaufleute, 103 Stellen für Verkäufer und je 64 Stellen für Lagerlogistikfachkräfte und Handelsfachwirte. Auch für angehende Kaufleute im Großhandel, zahnmedizinische Fachangestellte, Speditions- und Logistikkaufleute, Büromanagementkaufleute, Fachverkäufer in Fleischereien und Bäckereien und vielen weitere Berufe sind noch Ausbildungsstellen zu vergeben. Im Landkreis Ebersberg waren im August 2020 noch 258 Stellen vakant. Laut Arbeitsagentur sind trotz des bereits begonnenen Ausbildungsjahres die Chancen daher gut, noch eine Stelle zu finden, diese würden bis weit in den Herbst hinein vergeben.

Offene Stellen sind aktuell 4214 bei der Agentur registriert, im Landkreis Ebersberg sind es 1180 und damit 19 weniger als im Juli, 40 weniger als im August vergangenen Jahres. Zu den Bereichen, in denen im August 2020 Personal nachgefragt wurde, zählte unter anderem die Berufsgruppe "Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit". Hier wurden im Amtsbezirk der Freisinger Agentur zuletzt 928 neue Mitarbeiter gesucht. Im produzierenden Gewerbe gab es 916 offene Stellen. Im Berufsbereich "Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung" waren 715 bei der Agentur für Arbeit gemeldete Stellen vakant.

© SZ vom 02.09.2020 / wkb

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