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Start im November:Gemeinsam gegen Ausgrenzung

Eine ganze Reihe an Veranstaltungen hat das Planungsteam für die diesjährigen "Wochen der Toleranz" zusammengestellt.

(Foto: Christian Endt)

Bei den "Wochen der Toleranz" bieten Organisationen aus dem Landkreis auch heuer wieder ein buntes Programm

Nach dem großen Erfolg der "Wochen der Toleranz" im vergangenen Jahr, werden die Aktionswochen nun weitergeführt. Heuer allerdings, auf Wunsch der Teilnehmer, zeitlich komprimierter: Statt sechs Wochen konzentrieren sich die insgesamt 22 Veranstaltungen in diesem Jahr ausschließlich auf den November.

Dafür haben sich wieder verschiedene Kooperationspartner zusammengeschlossen, um die gemeinsame Verantwortung in den Vordergrund zu stellen: "Hier ziehen alle an einem Strang", sagte die Koordinatorin des Projekts und Geschäftsführerin des Kreisbildungswerks, Jennifer Becker, beim Pressegespräch. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass alle Gruppierungen im Landkreis gemeinsam gegen Rassismus und für Toleranz auftreten. So setzen das Caritaszentrum Ebersberg, das Katholische Kreisbildungswerk, beide Volkshochschulen im Landkreis, der Kreisjugendring, das Team Demografie des Landratsamts, der Einrichtungsverbund Steinhöring, der Pfarrverband Anzing-Forstinning, das Bündnis gegen Rechtsradikalismus "Bunt statt Braun" und die Religionsgemeinschaften in Kirchseeon ein gemeinsames Zeichen für Toleranz.

Um ein möglichst breites Publikum im Landkreis zu erreichen, bieten die Aktionspartner im Rahmen der Themenwochen sehr unterschiedliche Veranstaltungen an: Mehrstündige Workshops, Exkursionen, Ausstellungen, ein Dokumentarfilm mit Expertengespräch, eine Lichtinstallation, ein Konzertabend, eine Gebetsandacht und Abendveranstaltungen beispielsweise mit Historikern, Soziologen, Journalisten oder Autoren.

Die Veranstalter erhoffen sich schon zur Auftaktveranstaltung am Sonntag, 3. November, im Ebersberger Alten Speicher Gäste "mit Kind und Kegel" beim gemeinsamen Kulturfest. Noch vor der Auftaktveranstaltung geht es am Samstag, 2. November, zu einem begleiteten Rundgang in das ehemalige Konzentrationslager nach Dachau. Das Programm ist wie im vergangenen Jahr vielfältig: Von einem Vortrag, wie die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechtet, über eine Exkursion nach Lebensborn in Steinhöring, bis zu einem Friedensgebet.

Der Kreisjugendring veranstaltet beispielsweise ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. "Rechtsradikal eingestellte Mitbürger treffen wir an der Supermarktkasse, im Bus oder in der S-Bahn. Wir wollen zeigen, wie man sich in so einer Situation verhalten soll", so Philipp Spiegelsberger, Geschäftsführer des Kreisjugendring Ebersberg. Der Workshop sei allerdings auf 20 Plätze begrenzt.

Der Einrichtungsverbund Steinhöring möchte mit einer Fotoausstellung "das Leben in Vielfalt" darstellen. Dabei zeigen Fotografen mit und ohne Behinderung Bilder mitten aus dem Leben. Die Fach- und Koordinationsstelle Partnerschaften für Demokratie "Demokratie leben!" zeigt den Film "Prävention - Wie die Demokratie gerettet werden soll". Dabei wird nicht nur die Rolle des Staats thematisiert, sondern auch, was wir aktiv tun können. Der Sinn dabei sei es, dass im Anschluss jeder mitdiskutieren kann und sich mit Ideen beteiligen soll. Mit dem Seminar "30 Jahre Mauerfall - grenzenlose Freiheit?" am Donnerstag, 28. November, enden schließlich die "Wochen der Toleranz".

Zudem haben die Veranstalter die Fotoaktion "#Toleranz" ins Leben gerufen. Dabei solle man zu zweit mit den Armen einen Hashtag formen, sich fotografieren und das Bild in den sozialen Medien veröffentlichen. So soll ein klares Zeichen gesetzt und deutlich gemacht werden, dass es Menschen gibt, die gegen Rechtsextremismus sind. Das sei nach dem Anschlag in Halle besonders wichtig.

Bis auf eine Veranstaltung sind alle kostenlos, dank finanzieller Unterstützung durch das Landratsamt Ebersberg, einer Förderung durch das Bundesprogramm "Demokratie leben" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eine Förderung durch die Friedrich Ebert Stiftung und der Erzdiözese München und Freising. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es auf den Homepages der Kooperationspartner und in den Aktionsflyern, die in allen Einrichtungen, Büchereien, Kirchen und Rathäusern ausliegen.

"Wochen der Toleranz": Start am Samstag, 2. November, in der KZ-Gedenkstätte Dachau mit einem begleitetem Rundgang. Das vollständige Programm ist im Internet unter anderem auf www.kbw-ebersberg.de zu finden.