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Städtische Galerie Rosenheim:Lernen inmitten von Kunst

Rosenheim Städtische Galerie Kooperation mit Gymnasium Unterricht inmitten von Kunst
(Foto: Städtische Galerie Rosenheim/oh)

Galerie in Rosenheim wird Unterrichtsort

Rosenheim - Die Türen der Ausstellungshäuser, Theater und Konzerthallen sind - von den Behörden als "Freizeiteinrichtungen" klassifiziert - momentan geschlossen, bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Überall wird um Lösungen gerungen. Die Sängerin und Programmchefin Stefanie Boltz etwa empfiehlt die Erschließung neuer, größerer Räume für Konzerte (siehe unten). Und die Direktorin der Bielefelder Kunsthalle, Christina Végh, hat die Schulen eingeladen, mit Museen zu kooperieren: "Jetzt, in der Zeit der Krise, könnten die Orte der Kultur wenigstens die Schulen, die unter sehr erschwerten Bedingungen arbeiten, unterstützen. Besondere Zeiten erfordern besondere Aktionen!", sagte sie kürzlich im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Genau diese Einladung wurde nun in Rosenheim ausgesprochen und mit Leben gefüllt: Die Städtische Galerie Rosenheim beschreitet gemeinsam mit dem benachbarten Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium ganz neue Wege. Während die Galerie ihre Säle mit der Ausstellung "Die 80er - Erika Maria Lankes, Fried Stammberger, Peter Tomschiczek" schließen musste, suchte die Schule händeringend nach Räumen, um den vorgegebenen Hygienestandards gerecht werden zu können. Nun wird der Abschlussjahrgang des Gymnasiums zwischen Skulpturen und großformatigen Bildern auf das Abitur 2021 vorbereitet. "Wir finden, kulturelle Bildung hört nie auf! Und wir können mit unserem Haus helfen, den Schülerinnen und Schülern weiterhin den Präsenzunterricht zu ermöglichen," sagt Galerieleiterin Monika Hauser-Mair.

Die Schülerinnen und Schüler genössen das neue Ambiente, und auch in der Stadt stoße das ungewöhnliche Klassenzimmer auf begeistertes Echo, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Der Autor und Illustrator Quint Buchholz etwa, er gehört zu den renommiertesten deutschen Illustratoren, schrieb unter den aktuellen Post der Galerie auf Instagram: "Das ist im Jetzt sein und den Blick in die Zukunft richten...!" Krisen könnten lähmen, so Hauser-Mair, aber eben auch die Kreativität und neue Kooperationen befördern. Corona erfordere überall unkomplizierte und innovative Lösungswege.

© SZ vom 17.11.2020 / SZ
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