bedeckt München 14°

Stadtrat Grafing:Lieb und teuer

Viele Grafinger Kinder haben im EHC-Stadion das Schlittschuhfahren gelernt. Die Stadt gewährt dem Verein jetzt höhere Zuschüsse.

(Foto: Christian Endt)

Der EHC bekommt künftig höhere Zuschüsse für sein Stadion

Die Stadt Grafing steht zum EHC und seiner Jugendarbeit - auch wenn das die Stadtkasse stetig stärker belastet. Seit Jahren gibt es im Stadtrat immer wieder Diskussionen über die ständig steigenden Betriebskosten, die zum Teil die Stadt, zum Teil der Landkreis übernimmt. Auch in der jüngsten Sitzung hat das Gremium einer höheren Finanzspritze an den Verein zugestimmt - wenn auch nach einigen Diskussionen und gegen die Stimmen von Max Graf von Rechberg, Florian Wieser und Josef Fritz (alle CSU).

Statt 90 000 werden künftig 110 000 Euro pro Jahr von der Stadt an den Verein fließen; für die Jahre 2019 und 2020 gibt es rückwirkend eine Nachzahlung von 50 000 Euro. Dass der Verein immer mehr Geld braucht, liegt unter anderem daran, dass eine 2015 eingebaute Ammoniak-Eisanlage sogar höhere Betriebskosten verursacht statt - wie ursprünglich erhofft - deutlich geringere. Den Hersteller kann man dafür nicht mehr haftbar machen, er ist längst insolvent. Die Bürgerenergie, die die Anlage für den Verein betreibt, versucht noch durch diverse Feinjustierungen eine Senkung des Verbrauchs zu erreichen. Allerdings, darauf wiesen Vertreter der Bürgerenergie in der Sitzung hin, haben die erhöhten Kosten für die Eisproduktion auch damit zu tun, dass es draußen im Laufe der Jahre immer wärmer geworden ist.

Vertreter aus dem EHC-Vorstand beschrieben, was der Verein in der Stadt leistet: nicht nur umfassende Jugendarbeit selbst in Corona-Zeiten - möglich macht es die Tatsache, dass das Stadion zwar überdacht, aber nicht ganz geschlossen ist -, sondern auch ein gern genutztes Angebot für Freizeitsportler. Man übernehme eine kommunale Aufgabe, unterstrichen die Vorstandsmitglieder Michael Schunda und Sascha Kaefer. Sehr viele Aufgaben würden ehrenamtlich übernommen. Müsste die Stadt das Stadion selbst betreiben, würde das noch wesentlich höhere Kosten bedeuten.

Dieses Argument betonten auch mehrere Stadträte in ihren Wortmeldungen: "Bei allem Ärger, die uns die Ammoniakanlage gebracht hat, dürfen wir nicht das Erfolgsmodell EHC vergessen", sagte Thomas Huber. Er wie auch Bürgermeister Christian Bauer (beide CSU) wiesen auch darauf hin, dass der Zuschuss des Landkreises an den der Stadt gekoppelt sei. Wenn man zurückziehe, so Bauer, sei der "worst case", dass dies der Kreis ebenso mache und der EHC das Stadion letztlich zusperren müsse.

© SZ vom 17.04.2021 / moo
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema