Dieselfahrverbote Kreis-SPD kritisiert: Dieselfahrer werden "im Regen stehen gelassen"

Wenn ein Dieselfahrverbot in München kommt, könnten auch Ebersberger Autofahrer betroffen sein. (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Auch im Landkreis Ebersberg wären viele Bürger von einem Fahrverbot in München betroffen, warnen die Sozialdemokraten.

Die Kreis-SPD übt massive Kritik an den Ergebnissen des Berliner Dieselgipfels. Man teile die Einschätzung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), dass es sich um eine "reine Showveranstaltung" gehandelt habe, heißt es in einer Pressemitteilung, die von Kreisvorsitzendem Thomas Vogt, der Landtagsabgeordneten Doris Rauscher, dem Fraktionschef im Kreistag Albert Hingerl sowie Sepp Mittermeier, stellvertretender Kreisvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der SPD, unterzeichnet ist.

Es hätten sich bei dem Gipfel keine wesentlichen Neuerungen ergeben - weder, um die drohenden Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge zu vermeiden, noch um die Luftqualität in Ballungszentren entscheidend zu verbessern. "Von einem Fahrverbot in München wären auch viele Bürger in unserem Landkreis betroffen. Als SPD-Kreisverband fordern wir deshalb die Bundesregierung auf, diesen staatlich geduldeten Missstand sofort zu beenden", heißt es in der Mitteilung.

Unter anderem kritisieren die Sozialdemokraten, dass Berufspendler, die sich in gutem Glauben einen Diesel gekauft hätten, "im Regen stehen gelassen" würden. Die Besitzer älterer Dieselfahrzeuge würden praktisch enteignet, so die SPD, denn diese Menschen könnten sich trotz Rabatten der Autoindustrie keine Neuwagen leisten. Bei Hardware-Nachrüstungen trete man auf der Stelle, Fahrzeughersteller lehnten eine Kostenübernahme kategorisch ab und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lasse ihnen das durchgehen: "Hier stinkt der Fisch vom Kopfe her", so das Resümee der SPD.

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