Experimentelles Bauen trifft bezahlbaren Wohnraum: So beschreibt das Bauministerium, was gerade in Grafing passiert. Hier entstehen 57 neue Wohnungen nach dem Gebäudetyp E, also Wohnungen, bei denen Baustandards gezielt reduziert werden, um Baukosten zu senken. In Grafing setzt die Bayernheim etwa auf serielles Bauen und arbeitet mit zwei sich wiederholenden Gebäudetypen. Dabei kommen auch vorgefertigte Bauelemente zum Einsatz. Bäder und Toiletten werden beispielsweise als komplett ausgestattete Raummodule vorgefertigt.
Beim Spatenstich zeigte sich Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) begeistert: „Der Freistaat wird auf dieser Baustelle eindrucksvoll zeigen, was alles möglich ist, wenn man sich beim Bau auf das Wesentliche konzentriert. Ich erwarte mir hier 15 bis 20 Prozent Einsparung bei den Bauwerkskosten im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise.“
Das Projekt in Grafing ist eines von 19 bayerischen Pilotprojekten im Modellvorhaben Gebäudetyp E. Der Freistaat stellt für die 57 einkommensorientiert geförderten Wohnungen 17,7 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung bereit. Das Baugrundstück hat die Bayernheim von der Stadt im Erbbaurecht erworben. Die Belegungsbindung von 55 Jahren sichert dabei langfristig niedrige Mieten. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 geplant.
Die 57 Ein-bis Vier-Zimmer-Wohnungen werden laut Pressemitteilung „ein attraktives Angebot für Singles, Paare und Familien mit Kindern bieten“. Die überwiegend barrierefreien Wohnungen werden alle über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Gebaut wird in serieller Holz-Hybridbauweise im KfW-55 Standard von der B&O Gruppe, deren Gründungsgesellschafter der Grafinger Ernst Böhm ist, als Totalunternehmer. Einsparungen bei den Kosten erfolgen außerdem durch eine möglichst kleine Tiefgarage, die durch oberirdische Stellplätze und ein Mobilitätskonzept ergänzt wird. Zudem werden die Gebäude nicht unterkellert.


