Skelette, Geister, Zombies Ein Ort zum Gruseln - mitten im Neubaugebiet

Hier wird's gruselig: das Haus von Christian Steiger in Zorneding.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Der Zornedinger Christian Steiger beschwört den Geist Halloweens - und in seinem Keller lagern sieben Kilo Süßigkeiten

Von Viktoria Spinrad, Zorneding

Oben am Himmel drehen die Krähen ihre Kreise. Kein Wunder, unter ihnen spielen sich schauerliche Szenen ab. Da sind die blutüberströmten Hände, die aus einem Grab brechen und drohen, den Nächstbesten zu packen. Im Wind wehen fünf Geister, ausdruckslos starrende Gesichter, Knochen klappern in die leise Nacht hinein. Ein schaurig dreinblickender Frankenstein beobachtet das Ganze, bereit, jedem an die Gurgel zu gehen.

Eine Bewegung, statt dem tötenden Frankenstein starrt einem nun ein tiefenentspannter Buddha entgegen. Nanu? "Mein ganzes Haus ist voller Buddhas!", sagt Christian Steiger mit einem Lachen, die Frankenstein-Maske in der Hand. Der 47-Jährige ist der kreativ-pragmatische Erschaffer der Halloween-Bühne in der Zornedinger Rotwandstraße. Wieso das Ganze? "Ich find's einfach guad!"

Vor fünf Jahren hatte er nicht einmal Süßigkeiten für die Kinder

Fünf Jahre ist es her, da klingelten die Nachbarskinder mit großen Augen an Steigers Tür. Halloween - das ist doch so etwas Amerikanisches, hatte sich der Pöringer gedacht. Statt Süßem - oder Saurem - gab es einen Korb für die Kids. "Ich hatte einfach nichts hier!" Seitdem hat er sich zu dem kreativen Vorzeige-Schocker in der Nachbarschaft gemausert. Mit einem Duschvorhang als Grabplane, Grusel-Händen aus chinesischen Krimskramsläden ("die stinken wie die Pest!") - und einer bunten Lichtershow, die um die Geister tanzt.

Vor fünf Jahren gingen die Nachbarskinder bei dem 47-Jährigen leer aus - er hatte mit Halloween noch nicht viel am Hut.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Aber das Leben als Halloween-Beschwörer ist nicht ohne Tücken. Der Wind der vergangenen Tage hat den Geistern ungewollten Freiflug verschafft. Ein Unbekannter stibitzte zwischenzeitlich seinen R.I.P.-Grabstein. Und dann sind da noch, die "dreijährigen Stöpsel", die frech behaupten, das Ganze sei ja überhaupt nicht gruselig.

Nächstes Jahr gibt's vielleicht eine begehbare Gruft

Dabei hatte Steiger sogar eine Woche Vorbereitungs-Vorsprung. "Ich dachte die ganze Zeit, dass schon in der vergangenen Woche Halloween sein würde!" Also machte er sich ans Werk. Hier ein Kürbis, da eine Riesenspinne, das Ergebnis ist ein bunt-schillernder Fleck im ansonsten eher unauffälligen Neubaugebiet. Bleibt die Frage: Wie ist das noch zu toppen? "Im nächsten Jahr muss ich wohl eine begehbare Gruft bauen", sagt Steiger mit einem Schmunzeln.

Aber eins nach dem anderen, schließlich wollen jetzt erst einmal die Nachbarskinder befriedet werden. Steiger sieht sich diesmal gut gewappnet: In seinem Keller warten sieben Kilo Süßigkeiten für die Nachwuchs-Geistervertreiber - zumindest, solange sie die Krähen nicht holen.

Natürlich dürfen auch klassische Kürbisgeister nicht fehlen.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)