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Seit 25 Jahren eng verbunden:Herzliches Saint-Marcellin

Grafinger und Franzosen feiern Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft

Eine 85-köpfige Delegation von Grafingern ist begeistert zurückgekehrt von einem dreitägigen Aufenthalt in Saint-Marcellin (bei Grenoble), wo mit einem aufwendigen Festabend das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft gefeiert wurde. Zum Gelingen der Feier hatten Grafinger Musiker und Tänzer wesentlich beigetragen: Die Stadtkapelle brachte die 300 Gäste zusammen mit dem Orchester La Lyre in Stimmung; der Youngsters Music Club bewies, welch vielfältige Arbeit die Musikschule leistet; eine kleine Tanzgruppe von Da Capo beeindruckte die Franzosen mit ihrer Darbietung; und ein besonderes Ereignis stellte der Auftritt der Drumline des Grafinger Jugendorchesters dar, die gemeinsam mit der Stadtkapelle schon am Vormittag auf verschiedenen Plätzen auf die Präsenz der Partnerstadt teils lautstark aufmerksam gemacht hatte. An dem Festakt nahmen auch noch zwei andere Grafinger Gruppen teil: Neun Mitglieder des Alpenvereins hatten schon einige Tage mit französischen Wanderfreunden im Vercors-Gebirge verbracht, und eine Delegation des Grafinger Vereins "Internationale Jugendbegegnung" war zu einem Kongress angereist, der mit Fotoausstellung und Infoständen dem Erfahrungsaustausch von Jugendlichen aus Rumänien, Burkina Faso, Kamerun und Frankreich diente.

Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr und ihr Kollege Jean-Michel Revol betonten die Bedeutung der Städtepartnerschaften für das Zusammenwachsen Europas, aber auch für die gegenseitige Stärkung unserer Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenwürde und Toleranz als Bollwerk gegen Nationalismus und Rechtsextremismus. Beide Stadtoberhäupter bekräftigten mit ihren Unterschriften feierlich den Fortbestand dieser lebendigen Partnerschaft. Ein Höhepunkt war auch die Ehrung von Adalbert Mischlewski aus Grafing als Initiator der Partnerschaft und weltbekannter Erforscher der Geschichte des Antoniterordens.

Zwei Fässer Wildbräubier waren bereits ausgeschenkt worden, doch als echtes Gastgeschenk hatte Obermayr einen von Beate Eckert gefertigten Stolperstein mit beiden Wappen im Gepäck, und Familie Ametsbichler übergab zwei Korbinian-Apfelbäume, die der Komiteevorsitzende Udo Helmholz als "Zeugen der Zeitgeschichte" bezeichnete. Die kurzgefasste Geschichte des Pfarrers Korbinian Eigner, der diese Apfelsorte im KZ Dachau gezüchtet hatte, bewegte die Gastgeber sehr - insofern war es schön, dass Andreas Ametsbichler noch ein Buch über den Theologen und Apfelspezialisten überreichen konnte.

Das dortige Komitee hatte für die drei Tage hochinteressante Ausflüge organisiert, mit Zielen, die auch den Grafinger Stammgästen Neues boten: Das Museum des Karthäuserklosters in St. Pierre de Chartreuse, dazu die Produktionsstätte des berühmten Kräuterlikörs Chartreuse in Voiron, die weltberühmte Schokoladenfabrik Valrhona sowie eine große Winzergenossenschaft in Tain Hermitage und das malerische mittelalterliche Dorf St. Antoine-Abbaye, Wiege der Antoniter, wo Mischlewski in der eindrucksvollen Abteikirche einer Gruppe die Bedeutung der größten Hilfsbruderschaft des Mittelalters in Europa erläuterte.

Alle Reiseteilnehmer, darunter auch Altbürgermeister Rudolf Heiler, äußerten sich beeindruckt von der warmherzigen, sehr großzügigen Gastfreundschaft, die sie bei nächster Gelegenheit gerne erwidern möchten. Deswegen sind sie auch motiviert, in ihrem heimischen Umfeld für die Städtepartnerschaft Grafing-Saint-Marcellin zu werben.

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