Schnelles Internet Deutsche Glasfaser prüft Verlegung in Zornedinger Hochhäusern

Die Verteilerstationen stehen seit September - nur verzögert sich die Verlegung der Glasfaserkabel in Zorneding immer weiter.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Es könnte der nächste Schritt auf dem Weg zu schnellerem Internet in Zorneding sein.

Von Viktoria Spinrad, Zorneding

Im Konflikt um die Glasfaserverlegung in Mehrfamilienhäusern in Zorneding zeigt sich die Deutsche Glasfaser um eine Lösung bemüht. Wie der neu eingesetzte Regionalleiter Peter Reisinger bestätigte, besichtigten Vertreter am Mittwoch die Wohngebäude am Herzogplatz und am Birkenhof. Für eine Versorgung dieser und des Daxenbergs mit dem schnellen Internet war bisher noch keine technische Lösung gefunden worden.

Konkret wird jetzt erwogen, die Glasfasern über Leerrohre in den Gebäuden zu verlegen. "Das wäre die eleganteste Lösung", sagt Ingo Wölfel, Geschäftsführer der beauftragten Firma Versakom. Der Vorteil der Leerrohre: Es müsste nicht durch die Decken gebohrt werden. Dies würde verhindern, dass ein Protest von Anwohnern aus den unteren Stockwerken das Glasfaser-Internet in den oberen Stockwerken blockieren könnte. Und genau das ist die Frage, die bisher offen stand: Was passiert, wenn sich nur ein Teil der Anwohner das schnellere Internet wünscht?

Eine Frage, auf die man bei der Glasfaser auch jetzt noch keine Antwort hat. Denn zunächst müsse geprüft werden, ob die Leerrohre auch "zugfähig" sind, also die Glasfasern auch aufnehmen können. Nach der Besichtigung der Mehrfamilienhäuser am Herzogplatz und am Birkenhof wollen die Vertreter in der kommenden Woche noch die Gebäude am Daxenberg auf Lehrrohre überprüfen. Auch soll eine Wohneinheit testweise angeschlossen werden.

Es braucht erst eine umfassende technische Lösung

Erst, wenn eine umfassende technische Lösung gefunden ist, kann sich Wölfel mit der Hausverwaltung absprechen, eine Genehmigung einholen und ein Angebot an die Glasfaser abgeben. Dass für die Mehrfamilienhäuser eine passende technische Lösung gefunden wird, glaubt er aber: "Wir haben schon in ganz anderen Gebäuden verlegt", sagt er. In Zorneding sei sehr vorausschauend gebaut worden, anderswo seien Leerrohre oft von anderen Kabeln belegt.

Auf einen Termin festlegen will man sich aber noch nicht. "Einen Fahrplan können wir erst nach Abschluss der Besichtigungen festlegen", sagt Regionalleiter Reisinger. Dasselbe gilt für die Frage, ob der Anschluss wie für alle anderen Bewohner kostenlos bleibt. "Erst würden wir eine kleine Nachfragebündelung machen", sagt Projektmanager Benjamin Ogles. Wie viele der Bewohner bisher einen Vertrag mit der Glasfaser abgeschlossen haben, könne er auch nicht sagen, da manche Verträge digital, andere in Papierform eingereicht wurden. Zudem sei noch zu klären, ob man den Bewohnern die alten Pakete oder die kürzlich geänderten Tarife anbietet.

"Die gute Botschaft ist: Es geht weiter", betont Regionalleiter Reisinger. Darüber froh zeigt sich auch der Bürgermeister: "Schön, wenn da jetzt Bewegung reinkommt", sagt Piet Mayr (CSU). Er hatte unter Anwohnern offensiv für einen Vertrag mit der Glasfaser geworben - und wurde immer wieder vertröstet. Zuletzt wurde öffentlich, dass sich die Arbeiten um Monate verzögern würden. Dass es jetzt plötzlich ganz schnell geht, glaubt auch Oliver Schneider von der Hausverwaltung Hammerla nicht. "Im Grunde ist noch alles offen", sagt er.