Süddeutsche Zeitung

Wintereinbruch:Schnee-Chaos: Viele Unfälle, immer wieder Stromausfälle

Schwerer Schneefall beschert Bürgern, Polizei und insbesondere den Feuerwehren im Landkreis Ebersberg eine lange Nacht. Im Forst herrscht große Schneebruchgefahr.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Umgefallene Bäume, viele Unfälle, gestrandete Reisende und ein Stromausfall in Hohenlinden: Die anhaltenden starken Schneefälle in der Nacht auf Samstag haben einiges Chaos im Landkreis Ebersberg verursacht. Polizei und Rettungskräfte waren fast permanent im Einsatz.

Alleine der Polizei Ebersberg wurden knapp 20 umgefallene Bäume mitgeteilt, die teilweise den Verkehr lahm legten und diverse Strecken blockierten, wie die Polizei am Samstagvormittag meldet. Dies hatte jede Menge Einsätze der örtlichen Feuerwehren zur Folge. Die Staatsstraße 2086 musste sicherheitshalber ab 1 Uhr zwischen Ebersberg und Hohenlinden komplett gesperrt werden, da zu befürchten war, dass weitere Bäume auf die Fahrbahn fallen, weil sie den großen Schneemengen nicht mehr standhalten können.

Gegen 23 Uhr hatte in diesem Bereich ein umstürzender Baum einen Verkehrsunfall ausgelöst. Der Baum war schwer erkennbar auf der Fahrbahn gelegen, sodass eine in Richtung Ebersberg fahrende Autofahrerin nicht mehr rechtzeitig anhalten konnte und in den Baum rutschte. Glücklicherweise kam die Frau mit leichten Verletzungen davon, wie die Polizei Ebersberg mitteilt, in die Kreisklinik musste sie dennoch.

Es gab zahlreiche Verkehrsunfälle wegen Schnee und Eis, aber keine Verletzten

In Ebersberg, Hohenlinden, Glonn und Grafing, Steinhöring und Oberpframmern ereigneten sich zwischen 20 und 2 Uhr etliche Vorfälle, bei denen Fahrzeuge witterungsbedingt, meist trotz vorsichtiger Fahrweise etwas von der Fahrbahn abkamen und teilweise nicht mehr weiter kamen. Neun Fälle wurden allein der Polizei Ebersberg gemeldet, wobei es überwiegend zu keinen Sachschäden gekommen war.

Insgesamt registrierte die Polizei Ebersberg bis Sonntagfrüh erneut knapp 15 umgestürzte Bäume in und um Hohenlinden, Ebersberg, Grafing, Glonn, Oberpframmern und Egmating. Dies führte zu Verkehrsstörungen und auch zu fünf Unfällen, bei denen Fahrzeuge mit den quer liegenden Bäumen kollidierten oder bei Ausweichmanövern in den Straßengraben rutschten. Außerdem ereigneten sich abgesehen davon zwei weitere Unfälle, bei denen es jeweils zum Zusammenstoß zweier Fahrzeuge kam. Verletzte gab es bei keinem der Unfälle.

Da auch die Abschleppdienste teilweise mit der Witterung zu kämpfen hatten und deshalb eine längere Wartezeit anfiel, ließen etliche Fahrer ihre Fahrzeuge stehen und kümmern sich erst bei Tageslicht weiter um ihre Fahrzeuge.

Der Schnee verursachte Stromausfälle und löste in einer Schule Alarm aus

Der Polizei Ebersberg wurde zudem mitgeteilt, dass in Hohenlinden, etwa ab Mitternacht, der Strom weg war. Im Laufe des Samstags gab es auch in anderen Gemeinden immer wieder Stromausfälle, etwa in Grafing um die Mittagszeit - vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Supermärkte eine Herausforderung, angesichts der Tatsache, dass dadurch die Kassen nicht funktionierten. Außerdem meldeten sich vereinzelt Bahnreisende bei der Polizei, weil sie vom Grafinger Bahnhof aus nicht weiterkamen und nicht wussten, wie es weitergehen soll. In Ebersberg und in Steinhöring, so teilt es die Polizei weiter mit, haben sich jeweils eine Person beim Schneeräumen leicht verletzt, in der Kreisstadt lösten die Schneemassen zudem einen Alarm in einer Schule aus.

Im Vergleich zum Landkreissüden war die Situation im Landkreisnorden vergleichsweise harmlos. Zwar kamen hier nach Angaben der Polizei auch einige Autofahrer von der Straße ab, größere Vorfälle wurden aber nicht gemeldet.

Auch am Samstagvormittag waren die Feuerwehrkräfte noch gut beschäftigt, "fast alle Feuerwehren sind immer wieder draußen", so Kreisbrandrat Andreas Heiß. Man arbeite daran, die umgestürzten Bäume von den Straßen zu entfernen, positiv sei aber, dass größere Katastrophen bisher ausgeblieben seien.

Auch wenn es noch so verlockend scheint: Auf Waldspaziergänge sollten die Ebersberger verzichten. 60 Zentimeter Schnee seien bisher gefallen, so Forstbetriebsleiter Heinz Utschig, der für den Ebersberger Forst zuständig ist, am Samstagmittag. Die Schneemassen belasteten die Bäume und Äste, die Schneebruchgefahr sei groß: "In den Wald zu gehen, ist jetzt extrem gefährlich." Auch die Jäger habe er bereits gewarnt, so Utschig. Es würden ohnehin nur wenige Wege durch den Forst geräumt, durchkommen könnte man allenfalls mit Schneeschuhen.

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