Schlechte Busverbindungen auf dem Land Im Regionalbus durch die Nacht

Es müsste ja kein so großer Bus sein, meint Landrat Robert Niedergesäß, auch Anrufsammeltaxis könnten das nächtliche nachhause-Kommen verbessern.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)
  • Im Ebersberger Kreistag mehren sich die Forderungen, das nächtliche Bus-Angebot auszubauen.
  • Wie viele Verbesserungen sich umsetzen lassen, hängt von der Bereitschaft der Kreisräte ab, Geld auszugeben.
  • Derzeit wird außerdem eine Optimierung des gesamten Bussystems im Landkreis diskutiert.
Von Barbara Mooser, Ebersberg

Wer in Frauenneuharting wohnt, kein Auto hat und trotzdem ab und an gern ausgehen würde, hat Pech gehabt: Vom Münchner Ostbahnhof müsste man beispielsweise an einem Freitagabend die Rückreise spätestens um 20.03 Uhr antreten - danach geht mit öffentlichen Verkehrsmitteln nichts mehr. Ähnlich sieht es in allen anderen Gemeinden im Landkreis aus, die nicht entlang der S-Bahn-Strecke liegen. Im Kreistag, der für die Bestellung der Buslinien zuständig ist, mehren sich aber inzwischen die Forderungen, das Angebot abends auszubauen. Das Thema soll im Herbst bei der Beratung des neuen Nahverkehrsplans auf die Agenda.

Die Diskussion in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Kreistags hatte sich an einem konkreten Antrag zum neuen Fahrplan entzündet: Ein Fahrgast hatte den Wunsch geäußert, auf der Linie 444 Richtung Emmering und Schalldorf auch noch später als 21.15 Uhr - dem bisherigen Ende des Busbetriebs - eine Fahrt anzubieten. Aus Kostengründen hatte die Verwaltung allerdings vorgeschlagen, diesen Antrag vorerst abzulehnen und im Zuge des geplanten Nahverkehrsplans nochmals zu diskutieren.

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Martin Lechner (CSU) und seine Fraktionskollegin Franziska Hilger warben dennoch für die Ausweitung. "Es hat auch mit der Lebensqualität im ländlichen Raum zu tun, wenn man beim Weggehen ein Glas Wein trinken und sich dann in den Bus setzen kann", sagte Hilger. Ilke Ackstaller (Grüne) pflichtete ihnen bei: "Ich würde es begrüßen, wenn wir den Einstieg in den Abendverkehr fänden. Anders ist es in vielen Gemeinden gar nicht möglich, Abendveranstaltungen zu besuchen."

Wie viele Verbesserungen sich umsetzen lassen, wird stark von der Bereitschaft der Kreisräte abhängen, dafür auch Geld auszugeben.

Landrat Robert Niedergesäß (CSU) zeigte sich grundsätzlich nicht abgeneigt, er wies auch darauf hin, dass es ja nicht unbedingt große Busse sein müssten, die abends übers Land kurven: Andernorts habe man etwa mit Anrufsammeltaxis gute Erfahrungen gemacht. Weil das Problem mit der schlechten abendlichen Anbindung nicht nur die Linie 444 betrifft, sondern alle Buslinien im Landkreis spätestens um 21.15 Uhr ihre letzte Fahrt anbieten, soll über ein Gesamtkonzept nachgedacht werden.

Wie viele Verbesserungen sich allerdings tatsächlich umsetzen lassen, wird stark von der Bereitschaft der Kreisräte abhängen, dafür auch Geld auszugeben. Henry Rüstow, ÖPNV-Fachmann im Landratsamt, unterstrich im Verkehrsausschuss, er werde liebend gern in die Planung eines besseren Busverkehrs am Abend einsteigen, "aber dann muss man auch den Geldbeutel aufmachen". Allein für die gewünschte zusätzliche Fahrt von Aßling nach Schalldorf würden 5750 Euro Zusatzkosten jährlich anfallen.

Doch nicht nur beim Abendverkehr bewegt sich etwas; generell könnte das Bussystem im Landkreis in der Zukunft Schritt für Schritt kräftig umgebaut werden. Unter anderem hat der Landrat schon mehrmals betont, dass er attraktivere Busverbindungen zwischen dem Norden und dem Süden des Landkreises für unerlässlich hält. Derzeit werden auch die Nutzer selbst nach ihren Wünschen zum ÖPNV befragt, noch bis zum 29. Juli können sie Anregungen äußern. Bereits in der ersten Woche der Online-Befragung haben 613 Bürgerinnen und Bürger von der Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Im Oktober sollen die Ergebnisse der Befragungen vorgestellt werden, im November will der Verkehrsausschuss das neue Rahmenkonzept beschließen. Im Jahr 2019 sollen dann noch einmal alle Betroffenen eingebunden werden, es sind Workshops mit Schulen und Gemeinden geplant. Mit der Umsetzung der Maßnahmen könnte Ende 2019 begonnen werden. Noch bis zum 29. Juli besteht die Möglichkeit, an der Bürgerbefragung teilzunehmen.

Sie ist zu finden unter www.mvv-muenchen.de/ebersberg

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