Mitten in Ebersberg Eine S-Bahnfahrt sollte nicht mehr kosten als eine Leberkässemmel

Eine Leberkässemmel neben einem Getränk.

(Foto: Robert Haas)

Zeit für Veränderungen: Ganz nach dem Vorbild New Yorks sollte die Deutsche Bahn im Nahverkehr eine Preisbindung einführen - nur nicht mit Pizzastücken.

Glosse von Valentin Tischer

Was kann Ebersberg von New York lernen? Nun, so einiges. Natürlich ist es nicht fair, den Landkreis mit einer Weltmetropole zu vergleichen, in der schon in einem Stadtviertel mehr Leute leben. Aber zumindest einige Einstellungen kann man doch übernehmen. Die Stichwörter "öffentlicher Nahverkehr" und "S-Bahn" lassen so manchen Ebersberger fluchen. Verspätungen, schlechter Service, zu hohe Preise und die zu kurzen Züge des Meridian treiben viele Leute in den Wahnsinn. Man kann darüber streiten, was eine mögliche Lösung wäre. Mehr Busse, bessere Schienen, mehr Personal und billigere Tickets - alles gute Vorschläge, um den öffentlichen Verkehr deutlich angenehmer zu machen. Die beste Alternative aber ist die bis dato wenig bekannte Leberkäs-Preis-Bindung.

Die grundlegende Theorie dafür kommt aus der Weltstadt. Das ungeschriebene ökonomische Gesetz des "Pizza Principle" besagt, dass in New York der Preis eines Stückes typischer New Yorker Pizza an den Preis einer U-Bahn-Fahrt gekoppelt ist. Steigt der Preis der U-Bahn, steigt auch der Preis der Pizza und umgekehrt. Natürlich kann man in der Region um München nicht Pizza als Referenz verwenden, es muss dann schon eine Leberkässemmel sein. Würde eine Fahrt mit dem Bus oder Bahn genauso viel kosten wie eine Leberkässemmel, würde es billiger werden. Üblicherweise kostet eine Semmel mit dem gebackenem pürierten Fleisch zwischen 2,00 und 2,50 Euro, eine Busfahrt von Ebersberg nach Markt Schwaben kostet jetzt 5,80 Euro.

Auch für die Zufriedenheit von Fahrgästen und Mitarbeitern des ÖPNV könnte viel getan werden. Der ein oder andere Busfahrer würde einen bestimmt mitfahren lassen, wenn man ihm statt des Fahrpreises eine warme Leberkässemmel in die Hand drückt. Und auch an den Bahnsteigen könnte so sehr viel gutes vollbracht werden. Zum Beispiel bei verärgerten Fahrgästen, die eine halbe Stunde oder länger auf die verspätete Bahn warten müssen. Sicher würde man aber in zufriedenere Gesichter blicken, wenn am Bahnsteig frischer Leberkäs als Entschädigung verteilt wird. Der Zug ist dann immer noch zu spät, aber zumindest ist der Bauch voll und die Stimmung gut.