Naturschutz:Reiterstaffel im Landkreis Ebersberg

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Naturschutz: Eine Reiterstaffel der Polizei im Englischen Garten. An drei Tagen im Juni werden die berittenen Gesetzeshüter in Natur- und Landschaftsschutzgebieten des Landkreises eingesetzt werden.

Eine Reiterstaffel der Polizei im Englischen Garten. An drei Tagen im Juni werden die berittenen Gesetzeshüter in Natur- und Landschaftsschutzgebieten des Landkreises eingesetzt werden.

(Foto: Robert Haas)

An drei Tagen im Juni werden berittene Polizisten in Landschafts- und Naturschutzgebieten des Landkreises eingesetzt.

Von Merlin Wassermann, Ebersberg

Wer in den kommenden Tagen und Wochen in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten des Landkreises spazieren geht, sollte besonders darauf achten, sich an die bestehenden naturschutzrechtlichen Bestimmungen zu halten. Ansonsten könnte es passieren, dass man von oben herab getadelt wird - von einem Polizisten oder einer Polizistin hoch zu Ross.

An drei Tagen im Juni - am 10. im Brucker Moos, am 12. beim Egglburger See und der Ebersberger Weiherkette und am 17. rund um den Steinsee - wird eine Reiterstaffel des Münchner Polizeipräsidiums auf Streife reiten. "Weitere Gebiete sind ebenfalls denkbar, wir prüfen das noch", sagt Ulrich Milius, Leiter der Polizeiinspektion Ebersberg.

Nicht angeleinte Hunde stören häufig Wildtiere

Angestoßen wurde die Aktion durch CSU-Kreisrat Martin Lechner. In der vergangenen Sitzung des Kreis-Umweltausschusses stellte er den Antrag, zu prüfen, ob die berittenen Polizisten in den Landkreis kommen könnten. In den oben genannten Gebieten kommt es immer wieder zu Verstößen gegen Naturschutzbestimmungen. Besonders gefährlich seien Hundehalter, die ihre Tiere nicht an die Leine nehmen. Diese jagen und stören dann häufig Wildtiere, zum Beispiel Rehe.

Lechner selbst gehe jeden Tag mit seinem eigenen Hund spazieren, wobei ihm auffalle, dass sich sonst kaum jemand an das Anleinen hält. "Es fehlt die Einsicht, dass die Hunde nicht überall frei herumlaufen dürfen", erzählt der Kreisrat. Wenn er die Personen darum bitte, die Tiere an die Leine zu nehmen, sei die Reaktion oft pampig. "Oder sie leinen sie an und dann fünf Meter weiter wieder ab." Ob die Reiter etwas bringen, weiß der Kreisrat auch nicht, aber er hofft, dass die Leute dadurch merken, dass das Thema ernst ist.

"Die Untere Naturschutzbehörde hat sich dann mit dem Präsidium in München in Kontakt gesetzt, so ist das Ganze zustande gekommen", erklärt Evelyn Schwaiger vom Landratsamt Ebersberg. Es gebe zwar heuer keinen besonderen Anlass, auf die Reiterstaffel zurückzugreifen, sagt Schwaiger. Die Problematik sei schon länger ein Thema. "Aber als Teil eines Gesamtpakets, mit Beschilderung und Naturschutzwacht, kann man es ja ausprobieren. Vielleicht hilft es was."

In Zukunft könnten Fahrradstreifen statt Reitern zum Einsatz kommen

Das vorrangige Ziel der Aktion sei Aufklärung, sagt Ulrich Milius: "Es geht darum, die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren." Das schließt Sanktionen aber nicht aus, wenn sich jemand uneinsichtig zeigt. "Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass viele Bußgelder nötig werden", so der Polizeichef. Meist reiche das klärende Gespräch.

Ob die Aktion schließlich ein Erfolg ist, wird sich aus den Eindrücken der Beamtinnen und Beamten ergeben. "Sie werden sehen, wie die Bevölkerung reagiert, ob sie die Maßnahme annimmt", sagt Milius. Je nach Ausgang der Aktion sei es auch vorstellbar, dass die Pferdestaffel öfters im Landkreis zum Einsatz kommt. Da die Pferde jedoch häufig in München gebunden sind, hält es der Hauptkommissar für wahrscheinlicher, dass Fahrradstreifen in den Gebieten eingesetzt werden. "Wir sind gerade dabei, zwei Mountainbikes anzuschaffen. Falls die Kontrollen zeigen, dass es nötig ist, können wir damit tätig werden."

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