Kommunalwahl 2020 Reinhard Tonollo will Poings neuer Rathauschef werden

Albert Hingerl (links) empfiehlt Reinhard Tonollo als seinen Nachfolger im Bürgermeisteramt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der 54-Jährige sitzt bereits im Gemeinderat. Als Bürgermeister könnte er eine Poinger SPD-Ära fortsetzen.

Von Barbara Mooser, Poing

Mit dem Mann, den er gern als seinen Nachfolger sehen würde, hat Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) bereits einen weiten Weg zurückgelegt. Nicht unbedingt politisch - Reinhard Tonollo ist erst seit 2017 für die SPD im Gemeinderat vertreten -, sondern ganz wörtlich: Die beiden haben im September 2018 einen Pilgergang nach Altötting unternommen, zum Dank dafür, dass es mit dem Bau der Fußgänger- und Radlerunterführung endlich doch geklappt hat.

Sollte Tonollo den Chefsessel im Rathaus erobern, würde er aber auch in übertragener Weise den von Hingerl eingeschlagenen Weg weiter gehen, sagte der 54-Jährige, den der Vorstand am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung offiziell als Kandidaten vorschlug. Die offizielle Nominierung soll dann am 31. Mai folgen.

Vielen Poingern dürfte Tonollo nicht nur als Gemeinderat bekannt sein, sondern vor allem als Kämpfer für ein Gymnasium in Poing. Hierfür hatte er eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen und mittlerweile sein Ziel erreicht: Bis etwa 2025 soll die Schule bereits stehen. Außerdem engagiert sich Tonollo, der als technischer Beamter bei der Telekom beschäftigt ist, in mehreren Poinger Vereinen, unter anderem bei der Musikkapelle und beim Verein Kulturtage Poing. In der Gemeinde lebt Tonollo, der verheiratet ist und einen 22-jährigen Sohn hat, seit 1996. Er habe "Migrationshintergrund", sagte Tonollo, allerdings stamme er "nicht aus einem sizilianischen Cosa-Nostra-Clan", wie sein Name vermuten lasse, sondern aus der Oberpfalz, genauer aus Regensburg.

Tonollo will die Wähler von den Plänen der SPD überzeugen

"Gerne würde ich weiter dazu beitragen, Poing zu einer lebens- und liebenswerten Gemeinde zu machen", unterstrich der 54-Jährige. Er rechne mit einem "harten Wahlkampf", in Zeiten, in denen die SPD bundes- und landesweit Rückschläge habe hinnehmen müssen. Aber Kommunalwahlen seien auch Persönlichkeitswahlen, er werde sich "nach Kräften bemühen", die Menschen von den Plänen der SPD zu überzeugen, sagte Tonollo.

Sein Ziel sei, dass sich möglichst alle in Poing wohlfühlen sollten, so der Bewerber. Insbesondere beim Thema Kinderbetreuung wolle er die bisherige erfolgreiche Arbeit im Rathaus fortsetzen. Ein wichtiges Ziel sei ihm darüber hinaus, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Für die sogenannten "Best Ager" möchte Tonollo künftig mehr tun, die mittlere Altersgruppe komme momentan etwas zu kurz.

Der Bau des zweiten Teil des Bürgerhauses mit Veranstaltungsraum und Museum sei ihm ein wichtiges Anliegen. Insgesamt wolle er, dass die Menschen "in der Gemeinde nicht nur wohnen, sondern auch leben". Tonollo unterstrich, dass er seine Ziele freilich nicht alleine erreichen könne, es sei immer eine Gesamtleistung von allen: "Ich brauche euch alle", appellierte er daher an seine Genossen bei der Mitgliederversammlung in der "Poinger Einkehr".

Die notwendige Unterstützung sicherte Ortsvorsitzende Cornelia Gütlich dem künftigen SPD-Kandidaten zu: "Du bist der Beste", lobte sie ihn. Ähnlich hatte es zuvor auch schon Albert Hingerl ausgedrückt, der erst zwei Tage zuvor öffentlich gemacht hatte, dass er nach 20 Jahren im Bürgermeisteramt nicht noch einmal kandidiert. Tonollo sei in seinen Augen der perfekte Mann für seine Nachfolge, "eine Last fällt von mir ab", bekannte Hingerl.

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