Moosach Badegäste am Steinsee werden achtsamer

Um das Moosacher Badeidyll zu erhalten sind Boote und Wasserfahrzeuge im See verboten.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

An dem Gewässer bei Moosach gab es immer wieder Beschwerden über Besucher. Jetzt meldet die Untere Naturschutzbehörde erste Verbesserungen.

Interview von Moritz Kasper, Moosach

Der Steinsee bei Moosach ist nicht nur ein begehrtes Ziel für Badeausflügler aus der Ebersberger Region. Auch seltene Tiere und Pflanzen fühlen sich in der kleinen Idylle besonders wohl. Johann Taschner ) von der Naturschutzbehörde im Ebersberger Landratsamt kümmert sich darum, dass dieses Paradies trotz der hohen Besucherzahlen erhalten bleibt. Im vergangenen Jahr gab es viele Klagen über rücksichtslose Badegäste. Dieses Jahr kann Johann Taschner erste Erfolge vermelden.

SZ: Herr Taschner, wie ist heuer die Lage am See?

Johann Taschner: Es ist so, wie wir es wieder erwartet haben. Es sind erneut viele Beschwerden bei uns angekommen, dass Leute unerlaubt mit Booten und Stehpaddeln auf dem Steinsee unterwegs sind. Ich habe aber den Eindruck, dass sich die Situation gegenüber dem vergangenen Jahr verbessert hat. Erst gestern habe ich einen Anruf von einer Moosacher Bürgerin bekommen, die mir ihre Beobachtungen geschildert hat, dass die Badegäste achtsamer geworden sind.

Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde im Ebersberger Landratsamt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Und das, obwohl die Badesaison diesmal ungewöhnlich lang ausfällt. Warum halten sich die Menschen jetzt eher an die Regeln?

Wir haben neu gestaltete und sehr ansprechende Schilder aufgestellt, die nicht nur auf die Verbote hinweisen, sondern die Besucher auch informieren und für die ökologischen Besonderheiten am Steinsee sensibilisieren sollen. Vielleicht ist so im Bewusstsein der Gäste angekommen, was kaputt gemacht wird, wenn man sich nicht an die Regeln hält.

Wie kann ich denn als Badegast am besten Rücksicht auf die Natur nehmen?

Erst mal bitte keine Boote oder sonstigen Wasserfahrzeuge benutzen! Wichtig ist aber auch als normaler Schwimmer, nicht nur an Land, sondern auch vom See aus mindestens 15 Meter Abstand zu den geschützten Uferzonen zu halten. Dort befinden sich die Schwimmblattgesellschaften der gelben Teichrose und der weißen Seerosen, die zu respektieren sind, ebenso wie die Lebens- und Nahrungsräume der Wasservögel, Amphibien und Fische, die hier ihre Brutplätze haben und nicht gestört oder vergrämt werden dürfen. Auf keinen Fall darf Feuer gemacht oder gegrillt werden, denn das ist gerade bei der herrschenden Trockenheit auch noch höchst gefährlich. Wen wir dabei erwischen, der bekommt es mit der Polizei zu tun und muss eine empfindliche Geldbuße zahlen.

Wer kümmert sich um die Umsetzung der Verbote?

Wir haben derzeit drei Mitglieder der Naturschutzwacht im Einsatz, die Präsenz zeigen und regelmäßige Kontrollgänge durchführen. Auch der Pächter und die Wasserwacht haben sich verpflichtet, nach dem Rechten zu schauen und die Badegäste über die Verbote zu informieren.

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