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Reden wir über:Gutes Essen und Geburtstagsfeste

Matthias Korns Bio-Supermarkt gibt es seit 30 Jahren

30 Jahre ist es her, dass Matthias Korn 1989 in Grafing auf 40 Quadratmetern einen Bio-Supermarkt eröffnete. Zwei Umzüge und eine Filialeröffnung in Ebersberg später stehen dem 53-Jährigen insgesamt 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche für seinen "Korn Biomarkt" zur Verfügung. Warum sein Name Programm ist und wie er das Jubiläum feiern wird, hat der Grafinger der SZ verraten.

SZ: Herr Korn, dass Ihr Beruf einmal etwas mit Essen zu tun haben wird, ist Ihnen mit diesem Nachnamen ja quasi in die Wiege gelegt worden. Wie hätten Sie den Bio-Markt denn genannt, wenn Sie "Schmidt" heißen würden?

Matthias Korn: Ach, ich hatte noch kurz überlegt, einen Schnapsladen aufzumachen ... (lacht). Nein, nein, die Überlegung gab's natürlich nicht wirklich. Die meisten wissen auch gar nicht, dass "Korn" tatsächlich mein Nachname ist. Unser erster Laden hieß sogar "Korn für Korn". Ein Korn hilft dem anderen Korn aus - meine Schwester war damals noch nicht verheiratet. Aber marketingtechnisch ist zweimal dasselbe Wort nicht so gut ist. Deshalb jetzt nur noch "Korn Biomarkt".

Sofern man sämtliche Schreibvarianten berücksichtigt, ist "Schmidt" der häufigste Familienname in Deutschland. Auch Bio-Märkte gibt es immer häufiger. War das nicht ziemlich riskant, als Sie Ihren vor 30 Jahren eröffneten? Damals hat sich ja kaum jemand dafür interessiert, wo Lebensmittel herkommen und wie sie hergestellt werden...

Damals war ich 23 Jahre alt. Da denkt man darüber noch nicht so nach. Ich bin ja gelernter Offsetdrucker und hatte in dem Beruf einen relativ sicheren Job. Aber das war auf Dauer einfach nicht meins. Meine Entscheidung war sehr von Idealismus geprägt: Ich wollte etwas Nachhaltiges machen - und dann hat sich das eben alles so entwickelt.

Mittlerweile gibt es ja in Ihren Märkten nicht mehr nur regionale Bio-Lebensmittel zu kaufen, sondern auch Bio-Kosmetika und -Reinigungsmittel, vegetarische und vegane Produkte sowie tierversuchsfreie und fair gehandelte. Ist für Sie "Bio" also eher das Label für eine grundlegende Einstellung zum Leben?

Ich würde mich als Überzeugungstäter beschreiben. Das Thema Nachhaltigkeit war mir schon immer wichtig, es ist eine Lebensphilosophie, würde ich sagen. Das unterscheidet uns vom konventionellen Einzelhandel: Ich kann nicht eine Bio-Gurke verkaufen und daneben eine mit Glyphosat behandelte. Das passt irgendwie nicht zusammen. Natürlich ist es gut, dass es jetzt auch im konventionellen Supermarkt Bio gibt, da erreicht es halt mehr Leute. Aber bei uns muss der Konsument nicht überlegen, welches Label was ist. Bei uns gibt's zu hundert Prozent Bio-Qualität.

Zum 30. Geburtstag planen Sie am 14. September ein Fest. Wie genau wird die Korn-Familie denn feiern?

Wir haben Livemusik da, ein kostenloses Kinderschminken und zwölf Aussteller, die vor unserer Haustüre eine Art kleine Messe veranstalten. Die Leute können dort probieren, ins Gespräch kommen und sich informieren - und für schlechtes Wetter sorgen wir mit Zelten vor, das ist ja immer ein Lotteriespiel. Außerdem planen wir den September über diverse Jubiläumsangebote sowohl im Grafinger als auch im Ebersberger Biomarkt. Jede Woche haben wir etwas Neues!

Jubiläumsfest am 14. September von 9 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Korn Biomarkt in Grafing, Schwarzbäckstraße 1-3.