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Reden wir über:Ein Beispiel, das Schule machen soll

Nachgefragt, Gymnasium Kirchseeon wird
der Klimanotstand ausgerufen, Schülerin Elisabeth Bockler

Gymnasiastin Elisabeth Bockler.

(Foto: Privat)

Gymnasiastin Elisabeth Bockler über Klimanotstand in Kirchseeon

Interview von Franziska Langhammer

Viele Gemeinden haben bereits den Klimanotstand ausgerufen, auch der Landkreis Ebersberg und einige seiner Gemeinden ben sich beteiligt - wenn auch aus Rücksicht auf die Konservativen unter dem Titel Klimaschutzregion. An diesem Dienstag soll auch am Gymnasium Kirchseeon der Klimanotstand erklärt werden, Schülerin Elisabeth Bockler () erklärt im Interview die Hintergründe.

Was heißt das, wenn am Dienstag der Klimanotstand ausgerufen wird? Wird sich etwas verändern?

Elisabeth Bockler: Hoffentlich wird sich etwas verändern! Durch die Ausrufung des Klimanotstands verpflichtet sich die Schule zum Klimaschutz. Das Thema soll einen festen Platz im Schulalltag haben, wir wollen Projekte zum Thema organisieren und auch verstärkt im regulären Unterricht darüber erfahren. In jedem nun folgenden Klimanotstandsjahr soll der Fokus auf einem anderen Thema liegen, dieses Jahr ist es "klimafreundliche Ernährung". Langfristig wollen wir aber, dass bei allen schulischen Entscheidungen der Klimaschutz berücksichtigt wird. Außerdem wollen wir gemeinsam mit der Energieagentur Ebersberg eine Energiebilanzierung unserer Schule vornehmen.

Machen da alle mit?

Das Kollegium der Lehrkräfte hat zu Beginn des Schuljahres darüber abgestimmt und war mit überwältigender Mehrheit für diesen Schritt. Es ist gut zu wissen, dass wir die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung hinter uns haben. Und, so wie ich es mitbekomme, ist auch der Großteil der Schülerinnen und Schüler dafür. Aber am Dienstag wissen wir dann mehr!

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee, den Klimanotstand auszurufen kam von einigen Lehrerinnen und Lehrern, die schon länger diesbezüglich bei uns engagiert sind. Wir als Wahlkurs "GymKi4future" haben uns dann öfter mit unserer Lehrerin nachmittags getroffen, um zuerst zu planen, wie wir den Klimanotstand überhaupt ausrufen können, weil Gemeinschaftsaktionen wegen Corona ja gerade unmöglich sind. Und dann haben wir angefangen, alles umzusetzen: zu recherchieren, Audioaufnahmen zu machen, eine Umfrage zu entwerfen und schlussendlich eine Powerpoint zu erstellen, die alle Lehrkräfte mit allen Schülerinnen und Schülern in der ersten Stunde gleichzeitig abhalten.

Was wollt Ihr damit erreichen?

Wir nehmen uns ein Beispiel an der Politik, da ja schon einige Kommunen den Klimanotstand ausgerufen haben und übertragen die Idee auf unsere Schule - wir wollen, dass für das Thema noch viel größeres Bewusstsein geschaffen wird. Wir möchten, dass unser Signal auch außerhalb der Schule gehört wird und die Politikerinnen und Politiker merken, dass für uns junge Menschen das Thema wichtig ist und sie zugunsten unserer Zukunft handeln müssen.

© SZ vom 20.10.2020
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