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Reaktionen zur Nominierung:Positiver Eindruck

Stimmen der SPD aus dem Landkreis Ebersberg zu Kanzlerkandidat Olaf Scholz

Von Nathalie Stenger, Ebersberg

Seit Montagvormittag steht es fest: Olaf Scholz, Vizekanzler und Finanzminister, ist der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl kommenden Jahres. Während Politiker auf Bundesebene geteilter Meinung sind, stehen Parteikolleginnen und Kollegen aus dem Landkreis Ebersberg dieser Entscheidung durchaus positiv gegenüber.

So etwa der Fraktionssprecher der SPD im Kreistag Albert Hingerl. Er unterstütze und begrüße diese Kandidatur voll, wie er auf Nachfrage bestätigt. "Ich glaube, dass erst durch die beiden nicht antretenden Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans und auch Corona die Stärken von Olaf Scholz nach außen getragen wurden." Bereits jetzt agiere Scholz mit Ruhe und Kompetenz wie ein Kanzler. Albert Hingerl spricht auch den potenziellen Kanzlerkandidaten der CSU an, Markus Söder. Die beiden hätten seiner Ansicht nach aber nur das "S" im Nachnamen gemeinsam. Der eine sei eloquent in der Selbstdarstellung, besonders in der Coronakrise - aber ohne Nachhaltigkeit. Das sei mit Scholz anders, so der Altbürgermeister von Poing. Hingerl ist sich deshalb sicher: "Viele werden sich freuen, eine Alternative zu Söder zu haben".

"Nicht so überrascht" über Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten für die SPD zeigt sich Magdalena Wagner aus Egmating, die Vorsitzende der Jusos in Oberbayern. "Wir als Jusos stellen Inhalte über Personalien", sagt die junge Politikerin. "Die Beschlüsse des Parteitags, wie die Sanktionen für Hartz IV und das Sozialstaatspapier, zeigen in eine linke Richtung. Mir ist wichtig, dass dies bei der nächsten Bundestagswahl im Vordergrund steht. Und ich erwarte, dass Olaf Scholz die Beschlüsse des Parteitags umsetzt."

Doris Rauscher, kommissarische SPD-Kreistagsvorsitzende und Landtagsabgeordnete, hat von der Aufstellung von Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten auf einem Landwirtschaftstag "zwischen A und B", wie sie selbst sagt, genauer zwischen Ebersberg und Zorneding erfahren. "Mein erster Gedanke war: Ich find's gut." Sie sei zwar überrascht gewesen, könne sich Olaf Scholz aber gut als Kanzler vorstellen, so die Politikerin, er habe ein sehr staatsmännisches Auftreten. Scholz sei zudem sehr erfahren und wisse, wie man Wahlen gewinnt. "Von meiner Seite unterstütze ich diese Entscheidung", sagt Rauscher. "Seine ruhige Art, die er in nun schon zwei Krisen - Finanz- und Coronakrise - bewiesen hat, ist eine Kompetenz, die ich von einem Kanzlerkandidaten erwarte."

Zufrieden mit der Entscheidung der Parteichefs, und auch damit, dass diese so früh gefallen ist, erklärt sich Kreisrat Omid Atai. "So hat man Sicherheit", sagt er. Atai lobt die Arbeit des Vizekanzlers in Coronazeiten und dessen Tätigkeiten als Finanzminister. Scholz besitze die richtigen Eigenschaften für eine Kandidatur, so der Politiker aus Poing - "konkret, sachlich, unaufgeregt".

© SZ vom 12.08.2020

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