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Rathaus Vaterstetten:Alles im Eimer

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(Foto: Leonhard Spitzauer/oh)

Vaterstettens Bürgermeister erinnert an Investitionsprogramm

Mit Eimern lässt sich trefflich trommeln, dass das sogar für das Bild von Eimern gilt, zeigt nun Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU). Er hat vor einigen Tagen ein Bild von seinem Arbeitsplatz ins Netz gestellt, das vielen Vaterstettenern bekannt vorkommen dürfte: der Lichthof des Rathauses samt zahlreicher Eimer, die auffangen, was durch das löchrige Glasdach tropft. Neben Freude an den vielen bunten Farben hat die Foto-Aktion auch einen ernsten Hintergrund, wie Spitzauer auf Nachfrage sagt, er wolle auf die zahlreichen anstehenden Investitionen in der Gemeinde hinweisen, eine davon ist das Rathaus.

Dabei gehe es nicht um die Forderung nach einem Neubau, so der Rathauschef, aber "wir brauchen eine Entscheidung, wie es perspektivisch weitergeht". Denn das undichte Dach sei bei Weitem nicht die einzige Baustelle, auch die Heizanlage komme ans Ende ihrer Lebensdauer. Eine neue werde nach ersten Schätzungen um die 300 000 Euro kosten, in die gleiche Preisklasse würde die Sanierung des Glasdaches fallen - nicht die erste übrigens. Ebenfalls in der Warteschleife hängt eine neue Schließanlage, die mit etwa 80 000 Euro veranschlagt ist. Schon seit Jahren gilt das Rathaus außerdem als veraltet - es fehlen Steckdosen und Internetanschlüsse - und als zu klein. Darum hat die Verwaltung einige Abteilungen nach gegenüber in den Winkelbau, die ehemaligen VHS, ausgelagert. Was laut Haushaltsplan im vergangenen Jahr 74 000 Euro gekostet hat.

Das Tauwetter in der vergangenen Woche habe die Probleme mit dem 50 Jahre alten Bau wieder deutlich gemacht, da seien fast die Eimer ausgegangen, so viel Wasser kam durchs Dach, sagt der Bürgermeister. Was er zum Anlass nimmt, für ein Anliegen zu werben, das weit oben auf Spitzauers Agenda steht. Bereits auf der Bürgerversammlung im Oktober hatte er angekündigt, die in der Gemeinde anstehenden Großprojekte sollten durch den Gemeinderat priorisiert werden. Dazu sollte die Verwaltung eine Vorlage mit dem Arbeitstitel "Agenda 2030" erstellen. Eigentlich habe man damit auch schon viel weiter seit wollen, sagt der Bürgermeister, Corona habe aber auch hier viel verzögert. Nun soll die Prioritätenliste aber ganz nach oben auf dieselbe, "es wäre gut, wenn es noch im Frühjahr geht", so Spitzauer, und die Beratungen über die Investitionen beginnen könnten. Idealerweise soll bis Ende des Jahres dann feststehen, in welcher Reihenfolge welche Projekte abgearbeitet werden - und in welcher Form. Denn bis heute fehlt ein Grundsatzbeschluss, ob man das Rathaus generalsaniert oder neu baut.

© SZ vom 25.02.2021 / wkb
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