Grundstück von Messie Polizei war bei der Räumung anwesend

Das Brennholz etwa, über dessen Entsorgung F. sich besonders ärgert, sei deshalb als Abfall deklariert worden, weil es nicht "sachgerecht gelagert", also nicht ordentlich aufgeschichtet und abgedeckt gewesen sei. Unter den Holzstapeln im Freien fanden sich Hartl zufolge vielmehr sechs Autogetriebe, Papier und zwei Kühlschränke. Auch "eventuell noch verwertbare Einzelteile, wenn diese ungeordnet zusammen mit dem Abfall gelagert werden", so das amtliche Schreiben weiter, zählten nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs aus dem Jahr 1999 als "Unrat".

Weil die Lagerung von Speiseresten oder Hausmüll auf dem Grundstück aus Gründen der Hygiene verboten ist, wurden auch die 100 Einweckgläser und die beiden Gefriertruhen mitgenommen, die ebenfalls auf F.s Liste stehen. Im Trockenen und gekühlt sei beides kein Problem, erklärt Martin Hartl. Doch die Truhen waren mit Lebensmitteln gefüllt, der Inhalt verwest - auch die Einweckgläser bereits verdorben. Beides habe Ungeziefer und Ratten einen idealen Nährboden geboten.

Die Frist verstreicht und auch die Verlängerung läuft ab

Nachdem Ludwig F. etlichen mündlichen und schriftlichen Aufforderungen, den Abfall zu beseitigen, nicht nachgegangen war, erhielt er im September 2013 eine Beseitigungsanordnung des Landratsamts. Er erhob Klage dagegen, das Ganze wurde im Oktober 2014 vor dem Verwaltungsgericht München verhandelt - nach Absprache mit seiner Anwältin zog F. die Klage zurück. Der Bescheid wurde somit rechtskräftig.

Bis zum 31. Dezember 2014 soll der Rentner den Abfall auf seinem Grundstück entfernen, lautet die festgelegte Frist. F. hält sich nicht daran. In dem Schreiben wird auf die Kosten hingewiesen, die bei einer Zwangsräumung auf ihn zukommen. Einen Monat später läuft auch die Fristverlängerung ab.

Das Landratsamt lässt noch einige Tage verstreichen, dann schickt Hartl die Lastwagen los, um den ersten Teil des Grundstücks entrümpeln zu lassen. Weil Hartl befürchtete, dass der 68-Jährige versuchen würde, die Zwangsräumung zu behindern, war Polizei anwesend. Bis 31. März hat der Rentner nun Zeit, auf der restlichen Fläche des Grundstücks Ordnung herzustellen. Sonst droht eine weitere Räumung durch den Staat.