Radfahren in Ebersberg:Einleuchtende Idee

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Radweg westlicher Ortsausgang EBE

Eine schöne Aussicht haben Radler neben der alten B304 in Ebersberg, jedenfalls am Tag. Nachts ist es dort stockfinster, nun sollen Laternen her.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In der Stadt Ebersberg soll man beim nächtlichen Radeln künftig leichter auf dem richtigen Weg bleiben

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Radler in der Kreisstadt sollen künftig sicherer unterwegs sein, dank mehr Beleuchtung außerorts. Der Technische Ausschuss des Stadtrates folgte mit großer Mehrheit einem entsprechenden Antrag der SPD. Wie bald die neuen Laternen aufgestellt werden ist aber noch unklar, zunächst müssen einige technische Fragen und die Zuständigkeiten geklärt werden.

Wo es künftig Lampen gibt, steht dagegen mit dem Beschluss schon fest: Im Westen der Stadt soll der Radweg neben der ehemaligen B 304 bis zur Abzweigung Egglburg beleuchtungsmäßig ertüchtigt werden, im Osten jener neben der neuen B 304 bis zum Gewerbegebiet Langwied. Dies sei natürlich im Sinne der Fahrradfahrer und Fußgänger, für die es bei Nacht an diesen Stellen wegen der schlechten Sicht durchaus gefährlich sei, sagte Stefan Mühlfenzl, der den Antrag seiner Fraktion im Ausschuss vorstellte. Und er nannte noch einen anderen Aspekt: Je besser die Voraussetzungen fürs Radeln seien, desto mehr Leute entschieden sich dafür, es auch zu tun und "das ist im Sinne der Umweltfreundlichkeit essenziell".

Für den Antrag gab es viel Lob im Gremium. Es sei ja derzeit über viele Anträge zu befinden, sagte Martin Schechner (CSU), "über diesen habe ich mich gefreut, weil er sinnvoll ist". Er werde daher zustimmen, aber "ich wüsste gerne, was das kostet". Ebenfalls noch zu klären sei, ob die geplanten Laternen dann die ganze Nacht leuchten müssten, "das wäre Lichtverschmutzung". Er regte "technische Lösungen" an, diese zu reduzieren.

Ähnlich argumentierte Bernhard Spötzl (FDP), er schlug vor, bevor man abstimmt, zunächst einige Angebote einzuholen, um die Kosten zu ermitteln. Auch zu den Maßnahmen, um zu verhindern, dass die neuen Laternen zu zusätzlicher Lichtverschmutzung führen. Eine solche gelte es auf jeden Fall zu vermeiden, sagte auch Toni Ried (FW), ansonsten sei es "verständlich, wenn man die Sicherheit auf dem Radweg erhöhen will".

Eine Komplettbeleuchtung der Radwege die ganze Nacht sei nicht im Sinne des Antrages, sagte Mühlfenzl. Dies gehe auch aus der Formulierung "ressourcenschonende, angemessene und die Stadtbildästhetik aufwertende Beleuchtung" hervor und dass man ausdrücklich LED-Lampen beantragt habe. Diese könnten etwa mit Bewegungsmeldern ausgerüstet oder in der Nacht heruntergedimmt werden. Ohnehin gehe es bei der Beleuchtung nur um einen relativ überschaubaren Zeitraum, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten würde sie gebraucht, wenn es schon früh dunkel wird.

Jürgen Friedrichs (Grüne) sprach sich auch für die Bewegungsmelder aus. Diese seien in anderen Städten bereits im Einsatz und ein gutes Mittel gegen Lichtverschmutzung. Die beantragten Strecken seien gut ausgewählt, so Friedrichs, dort habe es in der Dunkelheit bereits Unfälle gegeben, weil Radler auf dem Weg liegende Äste zu spät gesehen hätten. Er regte an, zu prüfen, ob zusätzliche Laternen noch für weitere Strecken sinnvoll seien, etwa Richtung Norden zur Anzinger Siedlung. Seine Fraktionskollegin Petra Behounek lobte den Antrag ebenfalls, auch für Fußgänger sei die bessere Beleuchtung nötig, "die sehen absolut nichts auf dem Weg". Sie stellte aber die Frage, ob die Stadt Richtung Langwied Laternen aufstellen dürfe, "sind wir da überhaupt zuständig, das ist doch die Bundesstraße?" Das werde man auf jeden Fall noch klären, so Bürgermeister Ulrich Proske (parteilos), genau wie die technischen und finanziellen Aspekte.

Eine Arbeit, die sich die Verwaltung nach Meinung von Gerd Otter (Pro Ebersberg) getrost sparen könne. Er erkenne zwar "die gute Absicht" hinter dem Antrag an, "aber was der alles auslöst" an Kosten und Aufwand, stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Den betrachtet Otter nämlich als äußerst gering: "Jeder Radler hat doch ein Licht. Wir würden die Fahrradsituation mehr verbessern, wenn wir das Geld stattdessen in Radwege investieren."

Der Rest des Ausschusses sah dies anders, gegen Otters Stimme wurde der Antrag angenommen.

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