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Projekt 3:Wider das Schweigen

Moosach Metatheater, KULTUR Meta Theater Moosach: Unter dem Dach des Meta Theater wurden an zwölf Residenzkünstler*innen Stipendien vergeben! Kick-off-Veranstaltung (hybrid)

Komponist Steffen Wick gab den Anstoß für den Zusammenschluss der drei Kreativen.

(Foto: Deniz Sylan/oh)

Trio will mit Musik, Kunst und Sprache Antworten finden

Dieses Trio, das, wie Theaterchef Axel Tangerding es formuliert, "aus ganz verschiedenen Ecken" kommt, um ein "neues Orakel" zu bilden, hat sich auf Initiative von Steffen Wick aus München gefunden. Der Komponist der jüngsten "Meta"-Produktion hatte sich schon vorher Gedanken über musikalische Verwerfungen gemacht. Nun planen er, die Schauspielerin Nicole Kleine aus Berlin und die bildende Künstlerin Chantal Maquet, aus Hamburg, sich unter Einbeziehung des Publikums mit dem Diskurs über wichtigen aktuelle Fragen auseinanderzusetzen: Wie geht man mit Fake News um und wie mit Freunden, die anderer Ansicht sind als man selbst? Was bedeutet Meinungsvielfalt in den Sozialen Medien? Welche Folgen hat es für uns alle, mit unsicheren und verunsichernden Informationen leben zu müssen?

Aufschluss sollen Interviews mit idealerweise einer Vielzahl unterschiedlicher Personen im Hinblick auf sozio-ökonomischen Background, Alter und Nationalität liefern, für die es nun zunächst gelte, Fragebögen zu entwerfen. Später sollen die Antworten und Reaktionen der Befragten mit den Mitteln von Musik, Sprache und Kunst zusammengeführt werden. Schauspielerin und Sprecherin Kleine, die im Meta Theater bei der Utopia-Lesung zu sehen war, hat aufgrund ihrer Theaterarbeit viel Erfahrung mit jungen und älteren Menschen, was ihr bei den Interviews zugutekommen wird. Maquet, die dem Meta Theater schon seit 20 Jahren verbunden ist, hofft, einen Weg zu finden, um mit denen, die man schätzt, in Kontakt zu bleiben. "Wenn Freunde seltsame Ansichten haben, endet der Dialog, man kann das Gespräch nicht fortsetzen. Doch Schweigen löst das Problem auch nicht." Wie das Ergebnis aussehen soll, weiß das Trio noch nicht. Es könne eine Installation sein oder ein Bühnenstück. Die Projektbeschreibung fasst die Möglichkeiten so zusammen: "Video-Visualisierungen, performative Transformationen, musikalische Bearbeitungen".

© SZ vom 05.12.2020 / mip
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