Neue StatistikMehr Straftaten im Internet

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Trotz Corona war auch 2021 ein arbeitsreiches Jahr für die Polizistinnen und Polizisten im Landkreis Ebersberg.
Trotz Corona war auch 2021 ein arbeitsreiches Jahr für die Polizistinnen und Polizisten im Landkreis Ebersberg.
Peter Hinz-Rosin

Die Arbeit der Polizei hat sich durch Corona verändert. Zwar gab es 2021 weniger Einbrüche, doch deutlich mehr Fälle von Kinderpornografie.

Von Merle Hubert, Ebersberg

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Bayernweit ist die Zahl der Straftaten im Jahr 2021 zurückgegangen, im Landkreis Ebersberg sieht es etwas anders aus. Hier wurde im vergangenen Jahr eine Zunahme um 8,5 Prozent verzeichnet, wie die aktuelle Statistik zeigt. Doch nicht nur die Zahl, auch die Art der Straftaten hat sich verändert. "Corona hat einen wesentlichen Einfluss auf die Kriminalität gehabt", so Ulrich Milius, Chef der Polizeiinspektion Ebersberg. "Die Leute kaufen vermehrt im Internet ein und werden so leichter Opfer von Online-Betrügern." Das bestätigt auch Manfred Winter, der stellvertretende Chef der Polizeiinspektion in Poing.

Gestiegen ist auch die Zahl der Fälle von Kinderpornografie. "Da sind wir genauso betroffen, wie es die bayernweite Statistik zeigt. In diesem Bereich haben wir eine deutliche Steigerung von 62 Prozent. 2021 waren es insgesamt 73 Fälle, 28 mehr als im Jahr zuvor", so Milius. Bayernweit betrug die Steigerung im Bereich der Kinderpornographie sogar knapp 84 Prozent. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist um 22 Prozent gestiegen. Innenminister Joachim Herrmann hat daher bereits einen verstärkten Kampf gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch angekündigt.

Auch in anderen Bereichen hatten die Polizeibeamten im Landkreis im vergangenen Jahr mehr zu tun. Milius berichtet von einem Anstieg der Rauschgiftdelikte und Sachbeschädigungen. Dass es mehr Rauschgiftdelikte gibt, liege daran, dass im vergangenen Jahr mehr kontrolliert wurde und so mehr Fälle aufgedeckt und zur Anzeige gebracht wurden. "Das sind Kontrolldelikte", sagt auch Manfred Winter. "Je mehr Personal ich einsetzte, desto mehr Fälle gibt es."

Die Aufklärungsquote hat sich verbessert

In anderen Bereichen hat sich im Landkreis wie im übrigen Bayern die Corona-Pandemie auf die Kriminalität ausgewirkt. Wegen der coronabedingten Einschränkungen fielen Tatgelegenheiten weg. Viele Geschäfte waren zeitweise geschlossen und es wurde vermehrt zuhause gearbeitet. Infolgedessen wurden der Polizei weniger Ladendiebstähle und weniger Wohnungseinbrüche gemeldet. "Vergangenes Jahr hatten wir die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 44 Jahren", sagte Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.

Stolz ist Ulrich Milius nach eigenen Angaben darauf, dass die Aufklärungsquote im Landkreis um 8,5 Prozent gestiegen ist. "Wir haben eine Aufklärungsquote von 72,1 Prozent. Das ist sehr gut und ein Qualitätsmerkmal der polizeilichen Arbeit." Diese Entwicklung sei auch ein Stück Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger. Manfred Winter von der Polizeiinspektion Poing geht davon aus, dass wenn die Coronabeschränkungen wegfallen, die Anzahl der Straftaten wieder steigen könnte. "Was ich in der Statistik vermisst habe, sind Polizeieinsätze zur Kontrolle der Einhaltung der Coronamaßnahmen", sagt Winter. "Allein im Gebiet der Inspektion Poing leisteten Fremdkräfte und Angestellte der Inspektion über 1900 Einsatzstunden für Versammlungsgeschehen in der Pandemie", so Winter.

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