Sand zwischen den Zehen, Sonne auf dem Hirn, die glitzernde Wasserfläche vor sich - nein, kein Tag am Meer, aber Urlaubsgefühle am Poinger Bergfeldsee. Spätestens jetzt, nach dem Ausbau des künstlich angelegten Gewässers um weitere 16.000 Quadratmeter, zwei neue Beach-Volleyballplätze und einen Wasserspielplatz auf der Liegewiese, sollte für jeden ferientaugliche Entspannung möglich sein. An diesem Samstag um 14 Uhr wird die erweiterte Seefläche offiziell der Öffentlichkeit übergeben.

Als Bürgermeister Albert Hingerl vor fünf Jahren zum ersten Mal zur Abkühlung in das künstliche Gewässer am Mitterfeldweg bat, hatte der neue Badesee schon eine lange Geschichte hinter sich. Bereits in den 80er Jahren hatte die SPD beantragt, die Wohnqualität für die Poinger mit einem Badesee zu heben. Über die Jahre hinweg hatte sich eine politische Diskussion entsponnen, Standorte waren erörtert und verworfen worden. Erst 2003 wurde das Vorhaben konkretisiert.
Wegen des Kiesabbaus für das Wohngebiet W4 entstand ein Aushub im Boden, das Gelände gehörte der Gemeinde und die wachsende Bevölkerung brauchte, so Hingerl, damals schon Bürgermeister, neben der Sportanlage eine weitere Freizeitmöglichkeit. Im Juni desselben Jahres kam die Genehmigung vom Landratsamt, im Dezember stimmte der Gemeinderat den Planungen zu. Die Herstellungskosten wurden mit 270.000 Euro veranschlagt, Kosten die sich durch den Kiesverkauf weitgehend amortisieren sollten.
Einige Fragen mussten noch geklärt werden, die Zahl der Parkplätze ebenso wie die Frage nach der Gewässersicherheit. Letzten Endes waren alle Probleme gelöst, neben dem Parkplatz am See wurden weitere Stellplätze entlang des Westrings ausgewiesen. Der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) übernahm die Wasserwacht, und obwohl die Baukosten am Ende 30.000 Euro über Plan lagen, konnten sie doch wie geplant über den Kiesverkauf weitgehend gegenfinanziert werden.
Zum Eröffnungstag im Juli 2005 war das Grundwasser im 33.000 Quadratmeter großen Gelände hoch genug gestiegen, dass der See seinen Namen rechtfertigen konnte.
Der Andrang ist groß
Nun, sechs Jahre danach, darf Hingerl ein weiteres Mal die Poinger zum Bade bitten. Überlegungen, den See, dessen Wasserfläche etwas größer als ein Fußballfeld war, nach Norden hin zu vergrößern, gab es vom ersten Tage an. Mit Beginn der Arbeiten für das Baugebiet W5/Zauberwinkel schritt man zur Tat.
Im Januar 2008 fiel der Grundsatzbeschluss zur Erweiterung des Sees im Gemeinderat, sie folgten dem bekannten Muster. Der beim Aushub gewonnene Kies wurde für das Wohngebiet verwendet, den Auftrag für die Planung bekam erneut das Landschaftsarchitekturbüro Max Bauer. Im Juni 2009 starteten die Arbeiten am Gelände, der Boden wurde archäologisch untersucht, man begann mit dem Kiesabbau, im September folgte der Durchstich zum bestehenden Badesee.
Seit Sommer 2010 ist die Wasserfläche in ihrer endgültigen Ausdehnung bereits zu bestaunen, Schwimmer wurden in der nördlichen Badebucht auch schon gesichtet, der Andrang auf das zentrumsnahe Erholungsgelände ist groß.
Im Frühjahr ist nun auch das Außenherum fertig geworden. Die letzten Bäume sind gepflanzt, auf den Beachvolleyballplätzen kann, wer mag, das Gefühl von Sandstrand unter den Fußsohlen genießen, die Liegewiesen laden dazu ein, alle Viere von sich zu strecken. WC und Kiosk sind bisher noch in Containern untergebracht, das Geld für eine ortsfeste Anlage war in den Erweiterungskosten von 320.000 Euro nicht mit drin. Beides soll aber mittelfristig in einem festen Bauwerk untergebracht werden.