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Neues Viertel:Neues Poinger Wohngebiet "Lerchenwinkel" ist eingeweiht

Hier soll Poings neues Wohnbaugebiet "Lerchenwinkel" entstehen. Die Weihe nahmen der neue katholische Gemeindepfarrer Philipp Werner (links) und sein evangelischer Kollege Michael Simonsen am Dienstag vor.

(Foto: Christian Endt)

Eine ökumenische Zeremonie hat den Startschuss für die Bauarbeiten gegeben. Neben Wohnbauten sind dort zwei Großprojekte für Kinder geplant.

Steigende Mieten bei nicht im gleichen Maße steigenden Gehältern ist bekanntermaßen nicht nur in München ein Problem, sondern auch im Speckgürtel der Landeshauptstadt. Mit den zwei neuen Wohngebieten W7 und W8 möchte Poing diesem Trend entgegenwirken: Die boomende Gemeinde im nördlichen Ebersberger Kreis verspricht dort bezahlbaren Wohnraum.

Mit einer Weihe durch den evangelischen Pfarrer Michael Simonsen und seinen katholischen Kollegen Philipp Werner, der seit diesem Monat offiziell sein Amt in Poing innehat, hat die Gemeinde zusammen mit etwa 40 Gästen am Dienstag den Startschuss für die Tiefbauarbeiten im Gebiet W7 an der Bergfeldstraße gegeben - und zugleich dessen Namen verraten: der Lerchenwinkel.

Vor der Weihe haben Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD), der Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft Poing "Am Bergfeld" Helmut Sloim sowie der verantwortliche Architekt des Bebauungsplans Christian Böhm zu einem Pressegespräch geladen. Der Name "Lerchenwinkel" für das neue Quartier kommt nicht von ungefähr, wie Helmut Sloim erklärte. Denn bevor das Gebiet zu einer Schotterwüste wurde - so sieht das Areal kurz vor Baubeginn aus - lebten dort tatsächlich viele Lerchen.

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Für die Vögel habe die Gemeinde am südlichen Rand Ausgleichsflächen geschaffen. "Das wird von den Tieren bislang auch gut angenommen", sagte Sloim. Zusätzlich habe man in und um die Gemeinde herum zehn Lerchenfenster erstellt. Das sind Ackerflächen ohne Aussaat, sodass dort Wildpflanzen wachsen. Diese Freiflächen sollen jedes Jahr woanders sein, so Sloim weiter.

Ein neues Gymnasium für 1000 Schüler

Bürgermeister Hingerl erklärte, dass 30 Prozent der Geschossflächen im Lerchenwinkel eine einkommensorientierte Förderung erhalten. Das bedeutet, dass bedürftige Mieter für diese Wohnungen einen einkommensabhängigen Zuschuss zu den Mietkosten erhalten. Zusätzlich werde bei zehn Prozent der Wohnungen die Miete bei 20 Prozent unter dem ortsüblichen Mietpreis gedeckelt. "Wenn man das hochrechnet, sind das 500 bezahlbare Wohnungen, die wir dort bauen", sagte Hingerl. Insgesamt ergeben sich voraussichtlich 220 Reihenhäuser und 730 Wohnungen. Die ersten davon werden 2022 beziehbar sein.

Zu den Wohnungen hinzu komme noch das Gymnasium für etwa 1000 Schülerinnen und Schüler, das im Lerchenwinkel entsteht. Der Rathauschef ist der Meinung, dass die Gemeinde mit diesem Vorhaben vorbildlich im Kreis Ebersberg handelt. "Aber es ist trotzdem viel zu wenig!"

Auch der verantwortliche Architekt Christian Böhm lobte Poing in Bezug auf die allgemein steigenden Wohnkosten. "Da sind Sie eine der wenigen Gemeinden, die tatsächlich etwas machen." Weiter erklärte er, dass im Lerchenwinkel überall vier oder fünf Häuser um einen gemeinsamen Mittelhof gebaut werden. Darunter entsteht eine Tiefgarage mit Stellplätzen für alle Wohnungen.

Die Pläne für den Lerchenwinkel gelten in dieser Form auch für das zweite neue Poinger Wohngebiet W8, sagte Hingerl. Der Bürgermeister betonte, dass die Sollgröße von 20 000 Einwohnern, die die Gemeinde seit Jahren im Flächennutzungsplan als Ziel hat, mit den beiden Wohngebieten nicht überschritten werde. Der Grund: Die bisherigen Wohngebiete hätten sich bezogen auf die Einwohner nicht so entwickelt, wie ursprünglich geplant. Die Marke von 20 000 werde Poing wohl in den kommenden zehn bis 20 Jahren knacken.

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