Unverpackt-Laden in Poing: "Wir waren begeistert von der tollen Resonanz"

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Unverpackt-Laden in Poing: Der Zornedinger Unverpackt-Laden im Ortsteil Pöring existiert bereits seit mehr als einem Jahr, in Poing geht es nun auch voran.

Der Zornedinger Unverpackt-Laden im Ortsteil Pöring existiert bereits seit mehr als einem Jahr, in Poing geht es nun auch voran.

(Foto: Christian Endt)

Im Poinger Unverpackt-Laden soll es von Anfang August an möglich sein, Genossenschaftsanteile zu je 200 Euro zu erwerben.

Von Johanna Feckl, Poing

Zeitweise waren es knapp 70 Menschen, die sich in der Zoom-Konferenz über den geplanten Poinger Unverpackt-Laden mit Café eingeloggt haben - das große Interesse an dem Projekt ist ungebrochen. "Wir waren sehr begeistert von der tollen Resonanz", sagt Maria Lindner am nächsten Tag. Sie ist eine der ursprünglich sieben Initiatorinnen und Initiatoren sowie Sprecherin der AG Marketing des Projekts, mittlerweile besteht das Kernteam aus elf Personen. Damit in der Pandemie nicht zu viele Menschen zusammenkommen, hat sich das Team dazu entschlossen, die Info-Veranstaltung online durchzuführen.

Ein "bunter Haufen" an Leuten seien sie, sagte Veronika Molin zu Beginn. Nicht alle kommen aus Poing, wo Laden und Café entstehen sollen, aber alle haben Bezug zur Gemeinde - weil sie dort arbeiten, früher einmal gelebt haben oder im Nachbarort wohnen. Und was sie noch eint, ist das gemeinsame Ziel mit dem Projekt: Fair für alle soll es sein, für Umwelt, Lieferanten, Kunden, Personal und Gründungsteam. "Uns sind kurze Lieferwege wichtig, wir möchten gute Lebensmittel zu einem fairen Preis", erklärte Molin weiter. Außerdem verfolgen sie innerhalb des Teams flache Hierarchien und demokratische Grundsätze. Dazu gehört auch, dass sie keine Exklusivität anstreben. "Unser Team ist erst komplett, wenn sich der ganze Ort bei uns treffen kann!"

Seit gut einem Jahr schon tüfteln die Initiatorinnen und Initiatoren an ihrer Idee. Bis Ende Juli soll die Gründung der Genossenschaft nun endgültig stehen. Von Anfang August an soll es dann möglich sein, Genossenschaftsanteile zu je 200 Euro zu erwerben, mindestens ein Anteil ist Pflicht, nach oben hin gibt es kein Limit, wie Maria Lindner später am Abend auf die Frage eines Teilnehmers hin antwortete. Durch die Genossenschaftsanteile wird das Eigenkapital gebildet, das hauptsächlich für die Ausstattung des Ladens und des Cafés verwendet werden soll. "Wir rechnen damit, dass wir 80 000 bis 100 000 Euro dafür benötigen", sagte Tobias Fuchs. Er ist der Genossenschaftsexperte im Team und soll später einmal das Café leiten, zusammen mit Annika Krätschmer wird er wohl die Geschäftsleitung für Laden und Café bilden, beide wollen auch für den Vorstand kandidieren.

Und wenn nicht genügend Genossenschaftsanteile gekauft werden, um so viel Geld zusammen zu bekommen? So lautete eine Frage im Chat. "Dann machen wir Crowdfunding", sagte Maria Lindner, "wir kriegen das auf jeden Fall irgendwie hin!"

Wer kein Teil der Genossenschaft werden möchte, kann das Projekt trotzdem unterstützen, wie Tobias Fuchs erklärte. Zum Beispiel durch Sachspenden wie Stühle, Tische, Gläser oder dergleichen, aber auch Geldspenden oder ein Sponsoring von Firmen sei denkbar.

Es scheint, als ob das Team sogar schon in Gesprächen über einen konkreten Standort ist. "Wir können noch nichts Offizielles sagen, aber wir peilen eine zentrale Lage in Poing an, bei der es auch Parkplätze gibt", sagte Veronika Molin, "auch Fahrradparkplätze." Für das Café schwebt dem Team Platz für weniger als 50 Gäste vor. "Aber es kommt auch darauf an, welche Location wir finden - ein Außenbereich wäre in jedem Fall toll", so Molin weiter. Maria Lindner ergänzte, dass es in jedem Fall mehr Fläche für den Laden als für das Café geben wird.

Zum Ende der Veranstaltung stellte das Team die acht Arbeitsgruppen vor, in denen sie das Projekt in der aktuellen Gründungsphase gezielt voran treiben möchten: Die AG "Koordination" besteht aus dem elfköpfigen Kernteam, weitere Interessierte gesucht werden für die AGs Immobilien und Handwerker, Marketing, Genossenschaft, Finanzen, Laden und Café, IT und Infrastruktur sowie für das Flexteam - hier geht es um flexible Unterstützung, also kurzfristige oder einmalige Hilfe.

Am Morgen nach der Veranstaltung haben sich sogar schon einige Interessenten per E-Mail gemeldet, wie Maria Lindner erzählt. Weitere Unterstützer und Unterstützerinnen brauche es aber freilich weiterhin. Lindner betont: "Wer zu den schon festgesetzten ersten Treffen der AGs keine Zeit hat, der kann sich natürlich trotzdem bei uns melden - wir treffen uns bestimmt nicht nur einmal."

Die Präsentation zur Veranstaltung mit allen Infos und Kontakt-Adressen gibt es online unter poing-unverpackt.de zum Nachlesen.

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