Wahrscheinlich lohnt sich allein schon für Djaro & die anonymen Melancholiker ein Ausflug nach Poing. Melancholisch-witzige Lieder mit Cello, Gitarre und Akkordeon, dazu Linzer Schmäh – besser kann man fast nicht in den Herbst starten. Doch außer den Melancholikern, die von 21 Uhr an im Spiegelsaal des Bürgerhauses auftreten, ist am 19. September in Poing natürlich noch viel mehr geboten, eine ganze Nacht voller Musik nämlich. Seit Jahren ist die „Lange Nacht der Musik“ eines der Highlights im Veranstaltungskalender im Osten der Landeshauptstadt. 33 Locations und mehr als 40 Bands und Mitwirkende erwarten die Besucherinnen und Besucher diesmal.
Längst hat Birgitta Nagel vom Poinger Kulturamt, die die Veranstaltung organisiert, die Qual der Wahl – so viele Bewerbungen für diesen einen Abend landen bei ihr auf dem Schreibtisch.„Für mich ist das zugleich eine schöne Herausforderung: aus der Vielzahl an Bewerbungen ein Programm zusammenzustellen, das möglichst unterschiedliche Interessen anspricht und zugleich Neues bereithält“, sagt Nagel.
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Fragt man sie, worauf sie sich selbst am meisten freut, muss sie nicht lang überlegen: die einzigartige Atmosphäre, die diese besondere Nacht prägt. „Wenn an vielen verschiedenen Orten gleichzeitig Musik erklingt, Menschen unterwegs sind, sich von der Musik treiben lassen, gemeinsam Neues entdecken oder spontan verweilen, entsteht diese ganz besondere Stimmung, die diese Nacht so offen und lebendig macht“, sagt sie.
Auch diesmal dürften eigentlich wieder alle Besucher auf ihre Kosten kommen, denn das Spektrum ist wie immer groß und reicht von Folk über Chansons und Vocalmusik bis hin zu Jazz, klassischer Musik und natürlich Rock. Publikumslieblinge seit Anbeginn sind bei den Langen Nächten die Cellarfolks, die ihren Stil als „Irish Speed Folk“ beschreiben und die Besucherinnen und Besucher zuverlässig von den Stühlen reißen. Sie treten diesmal im Moarhof auf, wo Cluas vs. Flo die Feder auch schon zuvor Freunde traditioneller irischer Musik anziehen wird.


Neu dabei sind hingegen unter anderem Lisa Fitzek & Band, die im Raum München eine feste Größe in der lokalen Folk-Szene ist, Gerard Conners & his Circle of Friends, die Jazz, Blues und Gospel mit nach Poing bringen, die Münchner Vocalband The Chartbreakers, Homebrewed, deren Name Programm ist, denn Cover sind in ihrem Programm nicht zu finden, sie schreiben alle Titel selbst. Anton Bondarenko, ein talentierter junger Pianist, der in der Ukraine geboren wurde und in Poing lebt, wird in der Christuskirche zuerst ein Kinderkonzert geben, anschließend auch für Erwachsene Stücke von Brahms, Chopin und Beethoven spielen.
Ein besonderer Reiz der Langen Nächte in Poing ist die Vielfalt der Locations. Im Gartenmarkt, in der Tankstelle, in der Schule, in der Kirche werden Bühnen aufgebaut, es gibt auch die Möglichkeit, Orte zu erleben, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind, beispielsweise die Werkstätten der Oper, die im Poinger Industriegebiet beheimatet sind. Natürlich öffnen auch zahlreiche Bars und Gaststätten ihre Türen für die Musiker und ihre Gäste.
Um die oft weiten Strecken zwischen den Auftrittsorten bewältigen zu können, steht den Besucherinnen und Besuchern ein kostenloser Pendelbus-Service zur Verfügung. Wer mag, kann um 17 Uhr bei der „Arge Poing“ in der Bergfeldstraße 2 mit Freibier, einer Bratwurstsemmel und Volksmusik in den Abend starten.
Lange Nacht der Musik in Poing, Samstag, 19. September, 17 bis 24 Uhr. Alle Informationen sind auf einem Flyer zusammengefasst, der auf der Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden kann.

