Weitläufig ist es hier, in diesem Lager an der Gruber Straße in Poing. Wer es betritt, dem offenbart sich eine beeindruckende Sammlung an allerlei Spenden. Auf einer Fläche viel größer als der zum Lager zugehörige Laden selbst findet man Möbelstücke, Sportartikel oder auch eigens reparierte Fahrräder. Dazwischen stapeln sich Kartons, in denen bestimmt noch so manche alte Schätze schlummern. Kaum zu glauben, dass aus einem lockeren Treffen im Wirtshaus vor einem Jahr all das hier entstanden ist: Damals saßen Bürgermeister Thomas Stark und Poings katholischer Pfarrer Phillipp Werner beisammen mit Lisa Demmer und anderen Mitgliedern des Vereins "Osteuropahilfe" - es war die Geburtsstunde des Wohlfahrtsladens "Laden ohne Grenzen".
Nach etlichen Hilfsinitiativen des Vereins für ukrainische Geflüchtete im vergangenen Jahr sollte der sogenannte "Laden ohne Grenzen" das nächste Projekt werden, das den mehr als 100 ukrainischen Geflüchteten in und um Poing zu Gute kommt. Nun konnte die Idee in Zusammenarbeit mit Gemeinde und mehreren Ehrenamtlichen realisiert werden: Von 21. April an können bedürftige Menschen dort Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher, Haushaltswaren oder Spielzeug gegen eine Spende erwerben.

Im "Laden ohne Grenzen" sei "jeder willkommen", das betont Projektleiterin Lisa Demmer, die sich schon seit vielen Jahren als Mitglied im Vorstand des "Osteuropahilfe"-Vereins engagiert. Nutzen können das Angebot alle Bedürftigen aus Poing und der Umgebung - eine Bedürftigkeitsbescheinigung ist übrigens nicht notwendig -, auch wenn es sich aufgrund der aktuellen Situation vor allem an Geflüchtete aus der Ukraine richtet.
Generell gilt: Pro Person gibt es eine Jacke, eine Hose und zwei Oberteile. Haushaltwaren, Bettwäsche und Handtücher werden nach Haushaltsgröße ausgegeben. Spielsachen und Kuscheltiere gibt es jeweils eines pro Kind. Werden spezielle Sache benötigt, dann gibt es dafür eine Bedarfsliste, auf die sich Betroffene gesetzt werden können.

Demmer selbst ist fast täglich drei bis sechs Stunden vor Ort. Sie bringt viel Erfahrung mit: Von der Mutter mit einem eigenen Textilgeschäft hat sie früher vieles gelernt, sie selbst hat im Einzelhandel gelernt - sie weiß deshalb genau, welche Ware gut ist und welche nicht, und wie man sie am besten pflegt, damit sie auch lange hält. Demmer hat alles im Griff, Kleidung und Bettwäsche werden von den Ehrenamtlichen gewaschen, bevor sie im Laden landen. "Und sogar bei den Puzzles schauen wir, dass auch ja kein Teil fehlt", sagt sie und lacht.
Die Ware bezieht Demmer in erster Linie von Privatpersonen, der größte Teil stammt aus Haushaltsauflösungen. Wer spenden möchte, kann nach telefonischer Absprache Bettwäsche, Haushaltswaren, Kleidung oder Spielzeug außerhalb der regulären Öffnungszeiten vorbeibringen. Darüber hinaus kooperiert Demmer aber auch mit dem Poinger Wertstoffhof und der Altkleidersammlung Kolping. Je nach Bedarf wird die Ware im Laden selbst angeboten, an die Flüchtlingshilfe Erding weitergeleitet oder direkt an die ukrainische Grenze gebracht. Eines ist jedenfalls sicher: Demmer hat ein ausgezeichnetes Netzwerk in der Region - leer wird da das Lager im neuen "Laden ohne Grenzen" so schnell nicht.
Eröffnung des "Laden ohne Grenzen" ist am Freitag, 21. April, um 15 Uhr in der Gruber Straße 46 in Poing, dann ist immer geöffnet dienstags von 16 Uhr bis 18 Uhr sowie freitags von 15 bis 18 Uhr. Termine zur Spendenabgabe können telefonisch unter (0151) 50145659 vereinbart werden. Weitere Infos zu Hilfsprojekten und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es auf der Homepage des Osteuropahilfe-Vereins .

