Poing:Bewerbungsphase für Bürgerbudget läuft

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Mehr als 10 000 Euro darf das Bürgerprojekt in Poing nicht kosten - es besteht jedoch auch kein Anspruch, dass die volle Summe ausgeschöpft wird. (Foto: Boris Roessler/dpa)

Bis zum 31. März können sich Einwohner aus Poing, Vereine oder Initiativen mit einer Projektidee bewerben. Der Gemeinderat entscheidet sich dann für einen Vorschlag. Bis zu 10 000 Euro stellt die Gemeinde dafür bereit.

Von Johanna Feckl, Poing

Seit diesem Jahr bietet die Gemeinde Poing ihren Bürgerinnen und Bürgern eine neue Möglichkeit, ihren Heimatort mitzugestalten: ein sogenanntes Bürgerbudget, also ein gemeindliches Förderprogramm für ein Projekt von Bürgerinnen und Bürgern. Die Gemeinde stellt dafür 10 000 Euro zur Verfügung. Noch bis zum 31. März können sich interessierte Poingerinnen und Poinger mit einer Projektidee bei der Gemeinde bewerben.

Ziel des Projekts ist, mehr Bürgerbeteiligung in der Kommune zu fördern. Denn jeder beziehungsweise jede im Ort bekommt dadurch die Möglichkeit, "sich aktiv an der Gestaltung des eigenen Lebensraumes in der Gemeinde Poing zu beteiligen", wie es in einem fraktionsübergreifenden Antrag zum Bürgerbudget aus dem vergangenen Herbst heißt. Bei dem Projekt will die Gemeinde nicht nur finanzielle Förderung gewähren - wobei laut Richtlinien kein Anspruch auf die volle Ausschöpfung des Budgettopfs in Höhe von 10 000 Euro besteht -, sondern auch bei dessen Umsetzung unterstützen.

Bürgerbeteiligung
:Poing führt Bürgerbudget ein

Mit einer Förderung in Höhe von 10 000 Euro will die Gemeinde künftig Projekte von Bürgern umsetzen. Pro Jahr soll einer der eingereichten Vorschläge umgesetzt werden.

Von Johanna Feckl

Neben einzelnen Einwohnern in Poing können ebenso gemeinnützige Vereine, Initiativen oder ähnliches ihre Idee vorschlagen, sofern die Umsetzung in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde fällt. Bei minderjährigen Vorschlagende muss das Projekt von einer erwachsenen Person begleitet werden. Außerdem muss das Projekt innerhalb eines Jahres umsetzbar sein - im März 2025 läuft dann voraussichtlich bereits die Bewerbungsphase für das zweite Bürgerprojekt. Weiter heißt es in den Richtlinien, dass die Umsetzung der Idee dem Gemeinwohl dienen und frei zugänglich sein muss, möglichst klima- und umweltverträglich sowie nachhaltig gestaltet sein sollte. Darüber hinaus darf das Projekt nicht bereits vom Gemeinderat beschlossen worden sein oder einem bereits gefassten Beschluss entgegenstehen.

Sind alle Bewerbungskriterien erfüllt, entscheiden die Gemeinderäte über den Projektzuschlag

Vorschläge können über das Antragsformular auf der Homepage der Gemeinde eingereicht werden. Dabei muss der Projektidee eine erste nachvollziehbare Kostenkalkulation beiliegen, die auch Auskunft über mögliche Folgekosten gibt. Zusätzlich können hierüber auch Skizzen, Zeichnungen und weitere Anlagen zu veranschaulichenden Zwecken dem Antrag beigefügt werden.

Alle eingegangenen Vorschläge werden in einem ersten Schritt von der Gemeindeverwaltung geprüft. Kriterien sind Umsetzbarkeit, Kosten und Zuständigkeit. Gibt es hier ein positives Signal, werden die Projektideen dem Gemeinderat zur Beratung vorgestellt.

Bislang gab es in der Nachbargemeinde Vaterstetten ein Bürgerbudget mit einem vergleichbaren Konzept wie in Poing. Nach einem Gemeinderatsbeschluss wird das einstige Vorzeigeprojekt der Großgemeinde jedoch nach nur zwei Jahren von 2024 an wieder eingestellt, um die Erhöhungen der örtlichen Kita-Zuschüsse teilweise mitzufinanzieren.

Die Bewerbungsphase für das Bürgerbudget läuft bis Sonntag, 31. März. Weitere Infos gibt es online unter www.poing.de/rathaus-politik/buergerbudget . Bei Fragen bittet die Gemeinde um eine E-Mail an buergerbudget@poing.de oder einen Anruf unter (08121) 9794-110.

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