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Plieninger Ärgernis:Überquellende Container

Wenn die Container übervoll sind, werden die Säcke mit dem Verpackungsmüll einfach daneben geworfen. Das soll sich ändern.

(Foto: Privat)

Plieninger Rathaus plant Imagekampagne zur Müllentsorgung

Von Alexandra Leuthner, Pliening

Müllvermeidung sieht anders aus, Mülltrennung vermutlich auch. So genau ist nicht zu erkennen, was so alles im Inneren des Containers gelandet ist, bevor sein Inhalt nach draußen gewachsen und dort ein unappetitliches Konglomerat aus zusammengebundenen Plastiktüten in Grün und Weiß und Gelb geformt hat. Im Hintergrund ragt der schmucke Landshamer Maibaum in die Höhe, nicht nur Traditionsbewussten graut bei diesem Anblick.

Die Gemeinde hat seit Jahren Probleme mit ihren Wertstoffinseln. An anderer Stelle, beim Edeka etwa oder beim Sportplatz, sind es vor allem Kartons, die mangels Containerkapazitäten vor allem am Wochenende einfach abgestellt werden, ob Platz ist oder nicht. Bürgermeister Roland Frick (CSU) konnte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats kaum an sich halten, als er aufzählte, was er schon so alles neben den Containern sehen musste. "Stühle, Waschbecken, Teppiche - die haben da nichts verloren", empörte er sich. Er sei schon kurz davor gewesen, die Insel an der Flurstraße in Landsham einfach zu schließen.

Dabei hat Pliening neben den Wertstoffinseln auch einen Wertstoffhof, in dem nicht nur jene Teppiche hätten abgegeben werden können, sondern auch Papier, Glas, Elektronikschrott, Kunststoffverpackungen, Holz, Styropor und vieles von dem, was bisher so häufig in und neben Sammelcontainern landet.

Nun hat die CSU-Fraktion die Initiative ergriffen und einen Antrag auf eine Imagekampagne gestellt, mittels derer die Plieninger dazu bewegt werden sollen, öfter mal zum Wertstoffhof zu fahren. Nachdem in den vergangenen Jahren die unschöne Situation an den Inseln immer wieder Thema im Gemeinderat gewesen, diverse Lösungsansätze wie häufigere Leerungen, Tore zum Verschließen außerhalb der Öffnungszeiten oder die Errichtung zusätzlicher Wertstoffinseln erörtert worden seien, habe man zum Jahreswechsel eine Umfrage in der Bevölkerung gemacht, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. Und man habe den Handlungsbedarf bestätigt gefunden. Fraktionsvorsitzender René Buchmann erläuterte die Überlegungen dazu in der Sitzung.

So solle das Rathaus über das Gemeindeblatt und eine eigene Broschüre intensiver über Mülltrennung und Müllvermeidung aufklären und zugleich den Wertstoffhof stärker ins Blickfeld rücken. Immer wieder sei zu beobachten, erzählte Buchmann, dass die Bürger auch während der Öffnungszeiten des Wertstoffhofs, etwa am Samstagvormittag, lieber zu den Wertstoffinseln fahren würden als zu der zentralen Sammelstelle, die in der Geltinger Straße 31, also eigentlich zentral mitten im Ort liegt. Eine zufällige Beobachtung beim Tennisplatz habe ergeben, dass dort an einem Samstagvormittag mehr als zehn Fahrzeuge in einer Stunde zu den dortigen Containern gefahren seien. Besonders schlimm sei die Lage am Dorfplatz in Landsham, weil die Stelle in der Nähe der Hauptstraße und damit für viele auf dem Weg liege. Gabriele Heigl (Bündnis 90/Grüne) wies darauf hin, dass nicht nur Ortsansässige, sondern auch Bürger aus anderen Gemeinden die Plieninger Wertstoffinseln nutzten, was Bürgermeister Frick noch mehr aufbrachte. Der allerdings auch darauf hinwies, dass es grundsätzlich erlaubt und erwünscht sei, die Inseln zu nutzen, allerdings in einem verträglichen Rahmen.

Markus Uffinger (Initiative für Pliening) gab zu bedenken, dass es ökologisch auch wenig sinnvoll sein, wenn sich künftig Entsorgungsschlangen an jedem Samstag in der Geltinger Straße bildeten. Man müsse den Plieningern deutlich machen, dass sie nicht nur zu diesem Termin sondern auch am Dienstag und Donnerstag nachmittags bis abends ihre Wertstoffe dort abgeben könnten.

Das Gremium einigte sich schließlich darauf, die Hinweise im Gemeindeblatt stärker hervorzuheben, stimmte auch der Broschüre zu. Außerdem sollen sich zeitnah an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen freiwillige Helfer zwischen 9 und 13 Uhr an den acht Wertstoffinseln im Gemeindegebiet postieren, deren Besucher aufklären und an den Wertstoffhof verweisen.

© SZ vom 12.04.2021
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