Pläne in Grafing:FDP fordert neue Gewerbeflächen

Ansiedlung von Betrieben soll Geld in Grafinger Stadtkasse bringen

Zuletzt konnte die Stadt Grafing im Gewerbegebiet Schammach II einige Coups landen: So ist die Aßlinger Kaffeerösterei Martermühle hierher umgezogen, ebenso wie der Ebersberger Medizin-Lichttechnikhersteller Dr. Mach. Das Hightech-Unternehmen Cadfem konnte Grafing im Ort halten, weil es hier Flächen zur Erweiterung gab. Doch nun sind die städtischen Flächen im neuen Gewerbegebiet alle vergeben - für die örtliche FDP ein Anlass, die Erschließung neuer Areale zu fordern.

Denn die Kassenlage der Stadt werde immer schwieriger, die Neuverschuldung steige durch aktuelle und beschlossene Maßnahmen, wie den Ausbau der Grundschule und die Sanierung Stadthalle weiter deutlich an, so die Liberalen in einer Pressemitteilung. Neue Einnahmequellen seien aber aktuell nicht in Sicht: "Im Gegenteil, durch die Corona Krise ist in den nächsten Jahren mit deutlich weniger Steuereinnahmen zu rechnen." Dabei sei die Gewerbesteuer der maßgebliche, beeinflussbare Hebel, schreiben Ortsvorsitzender Bernhard Gar und Stadtrat Claus Eimer in ihrer gemeinsamen Erklärung. Es müsse mit der Planung neuer Gewerbesteuerflächen begonnen werden.

Schon das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) habe 2019 in seinem Abschlussbericht festgestellt, dass sich für Grafing "ein potentieller Gewerbeflächenbedarf von 4,6 Hektar in den nächsten 15 Jahren" ergibt. "Aber aktuell ruht das Isek und seine Forderungen leider nur in der Schublade von Stadtverwaltung und Politik", so die Feststellung der FDP. Außerdem habe gerade erst kürzlich der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats die Absicht bestätigt, ein Gründerzentrum in Grafing aufzubauen, aber Gewerbeflächen für die daraus erfolgreich entstehenden Unternehmen seien aktuell nicht in Sicht.

Daher fordert die FDP Grafing die Planung und Ausweisung neuer Gewerbeflächen mit guter Verkehrsanbindung, unter anderem schweben den Liberalen Flächen an der Ostumfahrung vor. Die neuen Gewerbeflächen sollen mit leistungsfähiger Infrastruktur ausgestattet und insbesondere mit Fokus auf Neuansiedlungen und nachhaltige Betriebserweiterungen vermarktet werden. Schwerpunkt müsse die Ansiedlung von "Zukunftsbranchen" sein, so die FDP in ihrer Pressemitteilung, wie etwa einer Wasserstofftankstelle. Eine solche sei im vergangenen Jahr bereits von einem Investor geplant worden, das Vorhaben sei aber an fehlenden geeigneten Flächen gescheitert. Sollten sich Grafinger Betriebe in dem neuen Gebiet ansiedeln wollen, dann sollte das nach den Vorstellungen der FDP nur möglich sein, wenn der bisherige Standort ebenfalls weiter gewerblich genutzt wird.

© SZ vom 03.02.2021 / SZ
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