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Petition gegen Abschiebung :Über 1200 Unterschriften für Zika Oni

Zika Oni im Kreis seiner Kollegen in der Kunstschmiede Bergmeister. Sie wollen ebenso wie der Chef, dass der 28-Jährige bleiben darf.

(Foto: Manfred Ruopp/oh)

Freunde, Kollegen und Politiker kämpfen für das Bleiberecht des 29-Jährigen, der im Landkreis Ebersberg bestens integriert ist

Er verdient sein eigenes Geld, zahlt Steuern und wird von seinen Kollegen ebenso geschätzt wie von seinen Chefs in der renommierten Kunstschmiede Bergmeister in Ebersberg. Dennoch wird Zika Oni Ende des Monats den Landkreis und das Land verlassen müssen, das in den vergangenen Jahren zu seiner neuen Heimat geworden ist. Reist er nicht freiwillig aus, wird er abgeschoben - sofern nicht doch noch ein Wunder geschieht. Seine Freunde und Arbeitgeber haben nun eine Online-Petition für den 29-Jährigen gestartet - bis Sonntagabend haben sich bereits 1227 Menschen gefunden, die sich dafür einsetzen, dass die Abschiebung ausgesetzt wird.

Zika Oni stammt aus Nigeria; sehr wenige Geflüchtete aus diesem Land erhalten hier dauerhaft Asyl, die Schutzquote liegt meist unter 15 Prozent. Auch der Asylantrag des jungen Mannes, der über Italien nach Deutschland eingereist ist, wird 2017 abgelehnt. Während Zika Oni angibt, dass er geflüchtet ist, weil er von einer religiösen Sekte unter Druck gesetzt wurde, vermuten die Behörden, dass er aus wirtschaftlichen Gründen sein Land verlassen hat. Zika Oni legt Einspruch ein gegen die Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt lebt er bereits seit drei Jahren im Landkreis Ebersberg. Der junge Mann, der schon als Kind in einer Metallwerkstatt gearbeitet hat, ist immer bemüht, auf eigenen Füßen zu stehen. Erst arbeitet er in einem Grafinger Metallbetrieb als Werkstatthelfer. Anfang 2019 bekommt er in der Kunstschmiede von Matthias Larasser-Bergmeister eine Chance. Nach einem Praktikum dort ist der Chef äußerst angetan. Er fragt beim Arbeitsamt wegen eines Eingliederungszuschusses nach, der von der Behörde sofort gewährt wird. Auch die Ausländerstelle im Landratsamt stellt Zika Oni eine Arbeitserlaubnis aus - bis März 2022. Doch das Happy End, mit dem zu diesem Zeitpunkt schon alle rechnen, gibt es nicht: Denn im Juli 2019 wird auch der Einspruch des jungen Mannes gegen die Ablehnung des Asylantrags abgelehnt. Am 7. November wird Oni ins Landratsamt einbestellt, wo man ihm eröffnet, dass er spätestens am 26. November Deutschland verlassen muss.

Auch die Intervention des Ebersberger CSU-Landtagsabgeordneten Thomas Huber direkt beim bayerischen Innenminister Joachim Hermann (CSU) kann daran nichts ändern. Huber hatte in seinem Brief an den Minister deutliche Worte gefunden: Er sei der Überzeugung, "dass die Abschiebung von in Arbeit stehenden und bestens integrierten Asylbewerbern, die sich nichts zuschulden kommen haben lassen, unsere Sprache erlernen und die eigene Existenz durch eigener Hände Arbeit sichern, ein Unding ist, bei dem alle Beteiligten nur verlieren". Im Ministerium sieht man das anders. Man müsse die legale Arbeitsmarktzuwanderung einerseits und die Asylmigration andererseits klar voneinander trennen, schreibt der Innenminister als Antwort an Huber. Eine allerletzte Option könnte nach Einschätzung des Abgeordneten das Einschalten der Härtefallkommission sein, die es ermöglichen kann, ausnahmsweise eine Aufenthaltserlaubnis an Menschen auszustellen, die eigentlich zur Ausreise verpflichtet sind.

Zika Onis Freunde hoffen unterdessen, dass die Petition Wirkung zeigt und sich der Petitionsausschuss des bayerischen Landtags dafür einsetzt, dass Oni dauerhaftes Bleiberecht oder zumindest eine Duldung bis zum Ablauf der Arbeitserlaubnis im März 2022 erhält. "Warum müssen integrierte Menschen abgeschoben werden, die arbeiten und sich ein Leben aufgebaut haben. Unvorstellbar!", kommentiert eine Ebersbergerin, die die Petition unterschrieben hat. "Zika Oni ist Ebersberger. Er gehört zu uns", schreibt Edzard Everts, Ebersbergs evangelischer Pfarrer.

Die Petition ist unter folgendem Link zu finden: www.openpetition.de/petition/online/stay-zika-o-integriertem-fluechtling-droht-die-abschiebung-nach-nigeria