Partei Volles Haus und viele Hausaufgaben

Leiten die Grünen in Pliening: Tina Lucka, Konrad Weinstock-Adorno, Margit Pricha, mit Florian Siekmann (Landtagsabgeordneter, 2. von rechts).

(Foto: Gabriele Heigl/Privat)

Das Interesse am neu gegründeten Ortsverband der Grünen in Pliening ist groß, die Mitglieder wollen gleich loslegen

Wählerinnen und Wähler der Grünen finden jetzt auch in Pliening eine Heimat: Dort wurde nun erstmals ein Ortsverband der Partei gegründet. Und das Interesse scheint groß zu sein: Das Nebenzimmer des Gasthauses Forchhammer platzte aus allen Nähten, denn es waren etwa 30 Menschen gekommen. Damit habe man gar nicht gerechnet, sagte Margrit Pricha, die bereits seit vier Jahren Sprecherin des Kreisverbandes ist. Umso größer sei nun die Freude. Tina Lucka und Konrad Weinstock-Adorno wurden zur Sprecherin beziehungsweise zum Sprecher des Ortsverbandes und Margrit Pricha zur Schriftführerin gewählt, mit jeweils einstimmigem Ergebnis.

Zum Gratulieren kamen viele prominente Grüne: Waltraud Gruber, Uwe Peters und Reinhard Oellerer aus dem Kreisrat, Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr, Bezirksrätin Ottilie Eberl, die Sprecherin des Poinger Ortsverbandes Christina Landgraf sowie Martha Maier vom Kreisverband. Durch die Veranstaltung führte Kreissprecher Matthias Linnemann. Am Ende schaffte es sogar noch der Grüne Landtagsabgeordnete Florian Siekmann, vorbeizuschauen. Aber auch die kommunalpolitischen Kollegen verfolgten die Veranstaltung interessiert: Neben Bürgermeister Roland Frick (CSU) waren Eva Strauss (SPD und Unabhängige) und Doris Löffler (Alternative für Pliening) gekommen.

In ihren Ansprachen gaben die Grünen Kommunalpolitiker dem neuen Ortsverband viele warme Worte und Ratschläge mit auf den Weg. Waltraud Gruber etwa sagte, dass die wichtigste Politik jene vor Ort sei. Man müsse nur diplomatisch und hartnäckig vorgehen, dann könne man hier auch über Parteigrenzen hinweg viel erreichen. Was dann alles möglich sei, erkenne man an der CSU, die ja die grüne Politik für sich entdeckt habe. "Aber an das Original kommt sie halt nicht heran", meinte Gruber augenzwinkernd in Richtung Frick. Auch Angelika Obermayr ließ die Plieninger teilhaben an ihren kommunalpolitischen Erfahrungen. "Vernetzt euch, redet viel mit den Leuten und geht auf die Dorffeste, zeigt, dass ihr gewählt werden wollt." Dann könne das grüne Wählerpotenzial ausgeschöpft werden. "Das liegt bei 30 Prozent", zeigte sich Obermayr überzeugt.

Um zu zeigen, dass sie anpacken wollen, riefen die Plieninger Grünen ihre Gäste sogleich zum Brainstorming auf. Am Ende standen auf der Liste zehn Punkte, die der Ortsvorstand als "Hausaufgaben" mitnehmen konnte, darunter mehr Blühendes an den Straßenrändern, Förderung von Car- und E-Bike-Sharing, neue Ideen im ÖPNV, Plastikvermeidung und Mitfahrbankerl. Momentan zählt der neue Ortsverband fünf Mitglieder, doch in den bereitgestellten Boxen fanden sich viele Adressen von interessierten Pieningern. Ein vielversprechender Anfang also. Pricha erinnerte zudem daran, dass ein Engagement auch ohne Parteimitgliedschaft möglich sei.