Pilotprojekt Parkplatzsuche in Grafing-Bahnhof per Laptop und Handy

Dass der Parkplatz mal wieder voll ist, merkt man derzeit erst, wenn man vergeblich seine Runden dreht.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Belegung des Park-and-Ride-Parkplatzes soll bald online von unterwegs einsehbar sein. Statt Schranken setzt man wohl auf eine moderne Technik.

Von Thorsten Rienth, Grafing

Erst vor ein paar Jahren hatte Grafing die bislang letzte Erweiterung des Park-and-Ride-Parkplatzes in Grafing-Bahnhof in Betrieb genommen. Doch schon gibt es wieder Tageszeiten, in denen jeder der 911 Parkplätze belegt ist. Über ein Online-Tool soll bald in Echtzeit einsehbar sein, wie viele Parkplätze noch frei sind.

"P+R 4.0" lautet der Name des Tools, das der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) zunächst testweise für die Parkplätze in Grafing-Bahnhof und Petershausen ausrollt. Der zweite Teil des Pilotprojekts läuft im gleichen Zeitraum beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Die Regierungen von Oberbayern und Mittelfranken fördern das Vorhaben.

Der Praxisfall dahinter sieht laut MVV in etwa so aus: Wer zum Beispiel schon am Frühstückstisch merke, dass die Parkplätze in Grafing-Bahnhof belegt sind, könne auf andere Bahnhöfe ausweichen. Das würde Anfahrtswege verkürzen, Parkplatzsuchverkehr reduzieren und die Auslastung vorhandener Parkplätze verbessern.

Darstellen will die MVV die Informationen zunächst über eine Online-Benutzeroberfläche für Computer und Laptops sowie eine Smartphone-App. Mittelfristig sind auch Schnittstellen zu den Navigationsgeräten von Autos geplant. An den Zufahrtsstraßen zu den Parkplätzen sollen Anzeigen über die aktuell freien Kapazitäten informieren.

Sensoren statt Schranken

Welche Technik der Verbund zur Detektion von freien oder belegten Parkplätzen einsetzt, hält er bewusst offen. Das Rennen soll die beste Lösung für die jeweiligen lokalen Gegebenheiten machen. Einzige Einschränkung: "Aus Kostengründen kommt eine Detektion der einzelnen Stellplätze nicht in Frage", erklärt Alfred Ismair aus dem MVV-Konzeptionsbereich.

Zielführender sei es da, die Belegung der Parkplätze an den Zufahrten zu erfassen. So könnten am großen Parkplatz West in Grafing-Bahnhof 489 Stellplätze auf einmal detektiert werden. Schrankensysteme seien wohl nicht nötig. Ob aber Überfahrsensoren im Fahrbahnbelag, berührungsfreie optische Systeme oder eine Radarsensorik zum Einsatz kommen, wolle man erst auf Basis der eingereichten Angebote entscheiden. "Je nach den baulichen Gegebenheiten vor Ort können auch an den einzelnen Parkplätzen unterschiedliche Techniken eingesetzt werden", sagt Ismair.

Die erforderlichen Vorarbeiten sind dem MVV zufolge abgeschlossen. Dieser Tage sollen die Ausschreibungen für die Hardware anlaufen, im ersten Quartal 2019 die Aufträge vergeben werden. Die bauliche Umsetzung ist für die Monate April und Mai geplant. "Parallel dazu werden Softwarelizenzen erworben und Erweiterungen am P+R-Hintergrundsystem und der Fahrplanauskunft beauftragt." Etwa Mitte 2019 soll das Tool in Betrieb gehen.

Woraus der MVV kein Geheimnis macht: Echten Mehrwert liefert es erst, wenn praktisch alle umliegenden Parkplätze ebenfalls an das System angeschlossen sind. Deshalb ist genau dies langfristig auch geplant.

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