Offizielle Nominierung Paeplow soll's machen

Eine Einheit: Bürgermeister Udo Ockel, Jan Paeplow und Ortsvorsitzende Barbara Burgmayr-Weigt (von links).

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Kirchseeoner CSU-Ortsverband legt sich als erster im Landkreis auf einen Bürgermeisterkandidaten fest

Von Andreas Junkmann, Kirchseeon

Der erste Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2020 im Landkreis Ebersberg steht fest: Die Kirchseeoner CSU schickt wie erwartet Jan Paeplow ins Rennen um den Sitz im Rathaus. Der 42 Jahre alte Diplom-Verwaltungsfachwirt wurde am Donnerstagabend von den Mitgliedern einstimmig und ohne Gegenkandidat gewählt. In Kirchseeon soll Paeplow auf seinen Parteikollegen Udo Ockel folgen, der nach 18 Jahren im Bürgermeisteramt nicht mehr zur Wahl antritt.

Der scheidende Rathauschef sicherte Paeplow zwar seine volle Unterstützung im Wahlkampf zu, bei der Nominierung im Eglhartinger Gasthof Hamberger konnte er ihm zunächst allerdings nicht helfen. Stimmberechtigt waren nur Mitglieder mit Wohnsitz in der Marktgemeinde. Zwar beteuerte Ockel, er wohne in Aßling, lebe aber in Kirchseeon, doch an der Wahlordnung gab es nichts zu rütteln. Immerhin rührte der scheidende Bürgermeister in seiner Ansprache kräftig die Werbetrommel für seinen möglichen Nachfolger, ging aber einmal mehr auch auf die Schattenseiten des Amtes ein.

Die Arbeit eines Bürgermeisters sei spannend, abwechslungs- und lehrreich. "Aber das Amt zehrt einen auch aus. Und das viel mehr, als ich vermutet hätte", gab der 59-jährige Ockel bemerkenswert offen zu. Er habe in sich selbst hineingehört und sei zu dem Entschluss gekommen, keine weitere Amtszeit mehr dranhängen zu wollen. "Das ist wie im Tierreich. Wenn der alte Löwenhäuptling nicht mehr so richtig kann, dann merken das die anderen und bringen sich in Stellung", so Ockel, der sich als Fan von Naturdokus outete. Mit Blick auf die zurückliegenden Wahlen sagte er zudem: "Ich befürchte, dass es auch dieses Mal zu einer Stichwahl kommt. Und das kostet sehr viel Kraft und Nerven."

In Paeplow sieht Ockel nun einen Kandidaten "den man guten Gewissens den Wählern präsentieren kann". Er gab seinem möglichen Nachfolger auch gleich einige Ratschläge auf den Weg. So dürfe ein Bürgermeister "kein Parteisoldat sein", sondern müsse auch andere zu Wort kommen lassen. Über allem stehe aber das Vertrauen der Bürger. "Das braucht man in diesem Amt, sonst wird man nichts."

Dass sich der seit etwas mehr als zehn Jahren in Kirchseeon lebende Paeplow dieses Vertrauen schnell erarbeiten kann, davon ist Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz überzeugt. Der verzichtete am Donnerstag auf seinen sonst üblichen Bericht aus Berlin und widmete sich lieber der Kirchseeoner K-Frage. "Er hat das Herz am rechten Fleck", sagte er über Paeplow, den er als sympathischen, kompetenten, aber auch belastbaren Menschen kennengelernt habe. Besonders auf Letzteres werde es im Wahlkampf ankommen. "Es ist heute nicht mehr so, dass der CSU-Kandidat auch automatisch gewählt wird", so Lenz. Es sei ein Wettbewerb, bei dem man bestehen müsse.

Genau das traut sich Jan Paeplow zu, der wie schon bei seiner ersten Vorstellung im November vergangenen Jahres ankündigte, mitgestalten zu wollen und bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. "Ich will mit den Bürgern in den Dialog treten, nach ihren Sorgen fragen und Lösungen ausarbeiten", kündigte der zweifache Familienvater an. Auch wenn er am Nominierungsabend seine Anspannung nur schwer verbergen konnte, an Selbstvertrauen mangelt es dem Anwärter auf den Chefsessel im Rathaus nicht. "Der Neue für Kirchseeon soll Jan Paeplow heißen", sagte er über sich selbst. Und zumindest die Mitglieder des Ortsvereins hatte er damit auf seiner Seite. Alle 28 Stimmberechtigten votierten geschlossen für ihren Kandidaten.