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ÖDP:Gentechnik-Gegnerin will in den Bundestag

Rosi Reindl aus Glonn kandidiert zum zweiten Mal für die ÖDP-Kreisverbände Ebersberg und Erding

Fares Kharboutli

Die Kreisverbände der ökologisch-demokratischen Partei (ÖDP) für Ebersberg und Erding haben die Kür der Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 2013 eröffnet. Auf der gemeinsamen Konferenz der Kreisverbände Ebersberg und Erding im Markt Schwabener Gasthaus "Schwaiger" strahlte die Partei mit dem orangefarbenen Logo am Mittwoch großen Optimismus aus - und das, obwohl die Anzahl der anwesenden Parteimitglieder nur bei 13 lag. Sinnbild der Zuversicht ist Rosi Reindl aus Glonn: Sie wurde einstimmig zur ÖDP-Bundestagsdirektkandidatin ernannt. Es ist das zweite Mal, das Reindl antritt.

Die Kreisverbände setzen große Hoffnungen in die 46-jährige pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte. Bei den Bundestagswahlen im Jahr 2009 hatte sie mit 1,76 Prozent der Zweit- und 2,85 Prozent der Erststimmen für ein respektables Ergebnis sorgen können. Deshalb sei es nur logisch, die "bewährte Kandidatin" Reindl abermals aufzustellen, sagte Roswitha Bendl vom Erdinger Kreisverband. Auch Helmut Graf von der Ebersberger ÖDP meinte, Reindl verfüge über "sehr hohe Zustimmungswerte".

Reindl, die stellvertretende ÖDP-Vorsitzende im Ebersberger Kreisverband ist und seit Ende 2011 auch ein Mandat im Kreistag hat, machte sofort deutlich, welche Themen ihr besonders am Herzen liegen: Ernährung und Energie. Sie setze sich seit langem gegen Atomkraft und vor allem für eine gentechnikfreie Landwirtschaft ein, bekräftigte Reindl ihr Engagement. Voriges Jahr sprach sie dazu als Vertreterin des "Internationalen Netzwerks Aktion Gen-Klage" bei den Vereinten Nationen in Genf. Hoch geschätzt ist auch ihre Mitarbeit im Arbeitskreis Gentechnik des Bund Naturschutz im Landkreis.

Aber auch in der Wirtschaft fordert die Politikerin ein Umdenken hin zum Leitspruch: "Weniger ist mehr". Oder anders formuliert: "Wir brauchen mehr Zwischenmenschlichkeit und weniger Fixierung auf Materielles." Ihr Ziel für den bevorstehenden Wahlkampf sei es, die Ebersberger und Erdinger "zu informieren und zu motivieren".

Neben der Nominierung der Direktkandidatin galt es am Mittwoch auch, die Delegierten zur Vertreterversammlung für den nächsten Landesparteitag der ÖDP zu wählen. "Das ist ein etwas kompliziertes Prozedere", räumte der Kreisvorsitzende der Erdinger ÖDP, Stephan Treffler, ein. Auf dem Landesparteitag, der am 2. Februar 2013 stattfinden soll, findet auf dieser Grundlage die Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl statt. Auch bei dieser Entscheidung präsentierte sich die ÖDP harmonisch: Alle fünf vorgeschlagenen Delegierten wurden einstimmig gewählt.

Für Unmut sorgt hingegen die öffentliche Berichterstattung: Darin sei in den vergangenen Monaten kaum zum Ausdruck gekommen, dass die ÖDP von Anfang an sehr engagiert gegen die Art und Weise der Euro-Rettung gekämpft habe, so die einhellige Meinung. "Die Aufmerksamkeit hierfür ist einfach nicht da", beklagte Rosi Reindl. An der außerparlamentarischen Hintergrundarbeit wolle sie aber festhalten. (Kommentar)

© SZ vom 06.07.2012

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