Verkehr Neues Parkkonzept soll Autos aus dem Ebersberger Stadtkern fernhalten

So sieht es zum Beispiel am Ebersberger Krankenhaus in der Haggenmillerstraße aus, die Aufnahme ist vom November 2018.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Ziel des Vorhabens ist, dass die Leute möglichst gar nicht mehr direkt ins Zentrum fahren. Billig wäre das allerdings nicht.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Bei der Lösung der Parkplatzprobleme setzt man in der Kreisstadt auf ein neues Konzept: Künftig sollen die Autos möglichst draußen bleiben, jedenfalls aus dem Zentrum von Ebersberg. Rund um den Marienplatz könnten dazu eines oder mehrere Parkhäuser und Tiefgaragen entstehen. Verschiedene Möglichkeiten dazu wurden nun im Technischen Ausschuss des Stadtrates vorgestellt.

Hintergrund sind die Entwürfe für eine Umgestaltung des Marienplatzes. Zwar ist der Zeitplan noch völlig unklar, unter anderem wegen der ungelösten Frage, ob und wann es eine Umgehungsstraße geben wird. Ein Konzept gibt es indes seit Ende 2014. Bei einem Wettbewerb gewann der Entwurf von Claudia Weber-Molenaar und Klaus Molenaar, der unter anderem vorsieht, dass einige Parkplätze verschwinden sollen. Wo diese - und weitere - künftig neu entstehen könnten, stellte Planer Molenaar nun den Stadträten vor.

Am wenigsten Fußweg hätten Autofahrer, könnte man unter dem Stadtgarten eine Tiefgarage errichten. Technisch sei dies möglich, erläuterte der Planer, die Zufahrt läge etwa in der Mitte des Stadtgartens, dessen alte Bäume weitgehend erhalten werden könnten. Ungefähr 60 Stellplätze könnten entstehen, knapp doppelt so viele, wie durch den Marktplatz-Umbau wegfielen. Billig wäre das allerdings nicht, laut Molenaar ist mit Kosten von etwa 3,9 Millionen Euro zu rechnen.

Für 3,7 Millionen zusätzlich könnte man die Garage Richtung Schlossplatz vergrößern, dann wäre Platz für 100 Autos. Sogar 200 Parkplätze könnten entstehen, würde die Garage zweistöckig gebaut - was mit insgesamt 14,5 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Das entspricht etwa einem Drittel des Haushaltsvolumens 2018 der Kreisstadt.

Das größte Potenzial liegt wohl am Hölzerbräu-Gelände

Doch nicht nur die Finanzen, auch der Denkmalschutz sprechen eher gegen den Plan. Das Schloss, samt Grund und Boden rundum, stehen unter Schutz, dort gibt es zahlreiche Bodendenkmäler, etwa historische Fundamente. Theoretisch wäre es zwar möglich, diese auszugraben, so Molenaar, allerdings müsste man dies zunächst mit dem Denkmalamt klären. Welche Zusatzkosten mit einer solchen Ausgrabung verbunden wären, wurde nicht erörtert.

Vergleichsweise unkompliziert nimmt sich dagegen der zweite Stellplatzstandort aus - diesen gibt es nämlich schon: Der Parkplatz des Einkaufszentrums an der Ecke Eichthal- und Heinrich-Vogl-Straße. Dieser könnte für um die drei Millionen Euro einen ersten Stock erhalten, was allerdings nur etwa 40 zusätzliche Parkplätze bringen würde. Was "enorme Summen" pro Platz seien, merkte Philipp Goldner (Grüne) an. Zudem wäre eine doppelte Ausfahrt an der Stelle "verkehrlich problematisch".

Der Meinung war auch Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU), bei den Kosten müsste man sicher auf eine Beteiligung der Eigentümer setzen. Gerd Otter (FW) sah dafür gute Chancen, mehr Parkplätze am Einkaufszentrum seien in dessen "ureigensten Interesse". Möglicherweise könnten sogar mehr als 40 Plätze entstehen, so Otter weiter, laut Bebauungsplan dürfte an der Stelle dreistöckig gebaut werden.

Das größte Potenzial liegt aber wohl am dritten Standort, dem Hölzerbräu-Gelände. Dort, so Molenaar, seien mehrere Szenarien denkbar, je nachdem, ob die Feuerwehr einen neuen Standort findet. Bliebe diese am alten Platz, könnte eine Garage mit etwa 80 Plätzen entstehen. Könnte man das Grundstück miteinbeziehen, wären bis zu 200 möglich. Allerdings ist die Planung schwierig, das Hotel hat kürzlich den Besitzer gewechselt und der neue Eigentümer wünscht sich eine dichtere Bebauung entlang der Eberhardstraße. Was für die Stadt eine Chance sein könnte, so der Bürgermeister: "Das beste wäre, wenn wir für den Hölzerbräu zusammen mit dem Eigentümer etwas hinbekommen."

Wann es soweit ist, könne man derzeit allerdings noch nicht sagen, sagt Brilmayer auf Nachfrage, "da wird nicht morgen jemand einen Plan vorlegen". Was an dieser Stelle passiert und wo die Feuerwehr ihren neuen Standort findet, werde wohl erst der nächste Stadtrat entscheiden. Bis dahin sei es wichtig, "dass man die Zeit nutzt" und entsprechende Ideen vorbereitet.

Dies war auch die Meinung im Ausschuss. Alois Lachner (CSU) etwa lobte zwar die "drei vorgestellten Visionen", befand aber auch, dass es "noch viel zu wenig Anhaltspunkte" gebe, um diese zu bewerten. Christoph Münch und Hans Mühlfenzl (beide SPD) plädierten dafür, den Bahnhofsparkplatz einzubeziehen, auch hier könnte eine Aufstockung die Innenstadt entlasten. Einen Beschluss fällte der Ausschuss nicht, man werde als nächstes mit den Eigentümern - inklusive der Bahn - sprechen, so Brilmayer "und schauen, wie es weitergeht".

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