Süddeutsche Zeitung

Neuer Verwaltungschef:Der Zweite wird Erster

Die Bairer wählen Martin Riedl zum Nachfolger von Bürgermeister Josef Zistl

Der neue Bürgermeister der Gemeinde Baiern heißt Martin Riedl. Er bekam bei der Wahl am Sonntag 91 Prozent der abgegebenen Stimmen, die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei 40 Prozent. "Das Wetter war zu schön heute", sagte der frisch Gewählte kurz nach Beendigung der Auszählung, die wegen der geringen Wahlbeteiligung nicht lange gedauert hatte. Überraschend war ohnehin nur, wie hoch das Ergebnis ausfallen würde, Riedl war der einzige Kandidat. Die Amtsübergabe wird voraussichtlich im Juni stattfinden.

Der 43-Jährige zeigte sich denn auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. "Auf 90 Prozent hatte ich gehofft", erklärte er, "jetzt sind es 91, da ist alles gut." Jetzt freue er sich auf die neue Herausforderung. Als stellvertretender Bürgermeister habe er ja schon ausreichend Erfahrung mit der Gemeindepolitik gesammelt, aber, die gesamte Verantwortung zu tragen, sei doch noch mal etwas anderes.

Der bisherige Bürgermeister Josef Zistl hatte nach 20 Jahren im Amt im Februar seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er fühle sich zu alt, hatte der 68-Jährige erklärt. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Als Kandidat für Zistls Nachfolge wurde im März Martin Riedl gewählt, auf der Nominierungsversammlung der Liste "Einigkeit" - eine andere gibt es in Baiern nicht - bekam er 93 von 100 Stimmen. Ein Gegenkandidat weder bei der Nominierungsversammlung noch bei der eigentlichen Wahl an.

Die große Zustimmung liegt sicher auch daran, dass Riedl gewissermaßen "natürlicher Nachfolger" Zistls ist, er ist schon seit der Kommunalwahl 2014 Zweiter Bürgermeister Baierns, kennt die Politik seiner Gemeinde also gut. Riedl, der hauptberuflich als Handelsfachwirt bei der Raiffeisen-Volksbank Ebersberg arbeitet, hat bereits bei seiner Nominierung erklärt, er werde als Verwaltungschef dort weitermachen, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Größere Probleme hat die zweitkleinste Gemeinde im Kreis derzeit nicht, die größeren Projekte auf der Agenda wie Rathausneubau und Kanalsanierungen sind längst beschlossen. Auch bei der Ausweisung von Bauland, das hat Riedl klar gemacht, werde er der Linie seines Vorgängers treu bleiben - mehr als die etwa 1430 Bairer sollen es auch künftig nicht werden.

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Quelle:
SZ vom 14.05.2018
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