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Nach Sabine Heimbach will nun auch Jan Patrick Fischer nicht mehr Bundestagskandidat für die CSU werden.

Zu dritt sind sie angetreten, zurück bleibt ein Einzelkämpfer. Nachdem am Wochenende die Anzingerin Sabine Heimbach überraschend erklärt hat, für eine Bundestagskandidatur nicht mehr zur Verfügung zu stehen, legte am Montagvormittag Jan Patrick Fischer nach. Der Markt Schwabener erklärte in einer Pressemitteilung, ebenfalls auf eine Kandidatur zu verzichten. Nun liegt es an Andreas Lenz aus Frauenneuharting, CSU-Direktkandidat des gemeinsamen Wahlkreises Ebersberg und Erding für die Bundestagswahl im Herbst zu werden. Am 17. Februar wird der 31 Jahre alte Frauenneuhartinger dafür wohl die Unterstützung der Delegierten seines Heimat-Kreisverbandes erhalten. Eine Woche später, am 23. Februar, muss sich Lenz dann gegen Josef Widmann aus Erding durchsetzen.

Der dortige Kreisverband hatte den 46 Jahre alten Ministerialrat am vergangenen Wochenende ins Rennen geschickt und damit die Parteifreunde aus Ebersberg überrumpelt. Denn auch in Erding galt zuvor Sabine Heimbach trotz ihrer heimischen Herausforderer Fischer und Lenz als Favoritin für die Kandidatur - allein schon aufgrund ihrer guten Vernetzung in Berlin. Die 51-Jährige ist stellvertretende Regierungssprecherin. Dass sie nun doch nicht antritt, begründete Heimbach damit, nur als Konsenskandidatin beider Kreisverbände zur Verfügung gestanden zu haben. Für weitere Erklärungen stand die Anzingerin, die von 2003 bis 2009 Pressesprecherin der CSU-Kreisvorsitzenden und Europaparlamentarierin Angelika Niebler war, auch am gestrigen Montag nicht zur Verfügung. Ausführlicher meldete sich der Markt Schwabener Jan Patrick Fischer zu Wort. Der 39-Jährige begründet seinen Rückzug damit, "nach den Ereignissen vom Wochenende" die ganze Kraft des Kreisverbandes auf einen Kandidaten bündeln zu wollen. "Angesichts des Erdinger Kandidaten Herrn Widmann muss es dem Kandidaten der CSU Ebersberg gelingen, hinter ihm alle Delegierten unseres Kreisverbandes zu sammeln", schreibt Fischer in seiner Erklärung. Aufgrund der Rückmeldungen, die der 39-Jährige aus den Ortsverbänden erhalten habe, sei er zu der Ansicht gekommen, "dass dies Dr. Andreas Lenz am ehesten gelingen kann". Fischer betont gleichzeitig, dass er seine Kandidatur nicht zurückziehe, um den geplanten basisdemokratischen Prozess der Ebersberger Christsozialen zu umgehen. "Ich nehme nur das zu erwartende Ergebnis der Abstimmung vorweg", schreibt der stellvertretende Markt Schwabener CSU-Ortsvorsitzende.

Andreas Lenz, auf dem nun die ganze Hoffnung des Kreisverbandes liegt, nach Max Lehmer aus Erding wieder einen Ebersberger Kandidaten nach Berlin schicken zu können, schwankt zwischen Überraschung und Vorfreude. Der promovierte Betriebswirtschaftler betont, dass er immer eine wählbare Alternative - zu Lehmer genauso wie zu Heimbach und Fischer - bieten wollte. Natürlich sei eine Bundestagskandidatur mit der inzwischen 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit nominiert zu werden und der nicht minder geringen Wahrscheinlichkeit, im Herbst auch gewählt zu werden, eine Lebensentscheidung. "Aber ich habe immer schon an meine Chance geglaubt", sagt Lenz. Andernfalls wäre er erst gar nicht angetreten. Dass er sich am Ende gegen den Erdinger Bewerber durchsetzen könnte, ist ein Eindruck, den er von der Vorstellungsrunde im dortigen Kreisverband mitgenommen hat. "Nach meiner Wahrnehmung lief es ganz gut", sagt Lenz. Auch wenn sein Konkurrent ein profilierter Politiker sei, müsse er sich nicht verstecken. "Ich habe meine Verwurzelung im Wahlkreis und werde mich mit Herz und Verstand dafür einsetzen."

Davon ist seine Kreisvorsitzende Angelika Niebler überzeugt. Nach dem turbulenten Wochenende begrüßt sie es, nur noch einen Kandidaten zu haben. Dass das Andreas Lenz ist, macht sie zuversichtlich, in Erding punkten zu können. "Er ist frisch, dynamisch und ein absoluter Sympathieträger", sagt Niebler über ihn. Dem müssen sich jetzt nur noch die beiden Kreisverbände anschließen, die jeweils 80 Delegierte zur Nominierungsveranstaltung entsenden. Alle Ebersberger und eine Erdinger Stimme würde reichen.