NachrufTrauer um Willi Daniels: Ein Pionier der Telemedizin ist gestorben

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Willi Daniels hat sich nie durch seine Schicksalsschläge entmutigen lassen, immer wieder hat er sich Gedanken gemacht, wie er das Leben von Leidensgenossinen und -genossen verbessern kann.
Willi Daniels hat sich nie durch seine Schicksalsschläge entmutigen lassen, immer wieder hat er sich Gedanken gemacht, wie er das Leben von Leidensgenossinen und -genossen verbessern kann. (Foto: Peter Hinz-Rosin)
  • Willi Daniels ist im Alter von 76 Jahren gestorben und war ein Pionier der Telemedizin nach seinem eigenen Schlaganfall 1999.
  • Er gründete Online-Selbsthilfegruppen, organisierte 1000 Notfall-Handys für Betroffene und trieb die Telemedizin in Kreiskliniken voran.
  • Für sein Engagement erhielt er 2019 die Gesundheits- und Pflegemedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.
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Beratung am Bildschirm, Notfall-Apps, Selbsthilfegruppen: Willi Daniels verlor nach seinem eigenen Schlaganfall nie den Mut, immer hatte er neue Ideen, wie er Leidensgenossen helfen könnte. Nun ist er im Alter von 76 Jahren gestorben.

Von Barbara Mooser, Steinhöring

Es war in einer Silvesternacht kurz vor der Jahrtausendwende. Der Steinhöringer Willi Daniels, damals gerade einmal 48 Jahre alt, blies einen Luftballon auf – und fiel um. Dass er einen Schlaganfall erlitten hatte, fanden die Ärzte erst später heraus. Trotz zunächst großer Sprachprobleme und Störungen in der Feinmotorik kämpfte sich Daniels zurück ins Leben. Und nicht nur das: Einfallsreich und ausdauernd machte er es sich fortan zum Ziel, anderen Menschen mit der Diagnose Schlaganfall zu helfen und die Prävention voranzutreiben. Auch die Demenzprävention und die Verbesserung der Palliativversorgung wurden zu seinen Herzensthemen. Bayern- und bundesweit war er eine Stimme, die gehört wurde. Gewürdigt wurde sein Engagement durch zahlreiche Auszeichnungen. Kurz nach Weihnachten ist Willi Daniels jetzt im Alter von 76 Jahren gestorben.

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„Willi Daniels war ein Kämpfer für ein besseres Gesundheitswesen und war seiner Zeit oft voraus“, schreiben die Alzheimer-Gesellschaft Ebersberg und die Vereinigung Invade, die sich mit Schlaganfall- und Demenzvorbeugung befasst, in einem Nachruf. Tatsächlich nutzte Daniels als einer der Ersten im Landkreis digitale Medien zur Vernetzung von Menschen mit ähnlichen Problemen, eine Online-Selbsthilfegruppe gründete er ebenso wie eine Facebook-Gruppe zum unverbindlichen Austausch.

Beim Projekt „Handy als mobile Notruf-Säule“ organisierte Daniels über die Spende eines großen Mobilfunkunternehmens 1000 Handys für Betroffene, um ihnen die Sicherheit zu geben, einen Notruf absetzen zu können. Den Anstoß, Telemedizin in der Kreisklinik einzuführen und damit die Versorgung von Patienten auf dem Land zu verbessern, gab er schon, als andere den Begriff noch gar nicht kannten.

Unermüdlich engagierte sich Daniels in verschiedenen Gremien, vom Stiftungsrat der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und dem bayerischen Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin bis hin zu einem Forschungsprojekt der Charité in Berlin, wo er als Beirat tätig war. Auch seine Krebserkrankung im Jahr 2017 hielt ihn nicht auf. Unter seinen vielen Auszeichnungen war er besonders stolz auf die Gesundheits – und Pflegemedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, die er 2019 erhielt. „Ihr Kämpfergeist und Ihr Mut, neue Wege zu gehen, beeindrucken mich sehr. Ich bin mir sicher, dass Sie dadurch das Leben vieler kranker Menschen verbessert haben“, sagte Ministerin Melanie Huml (CSU) in ihrer Laudatio über ihn.

Die Trauerfeier für Willi Daniels findet am Samstag, 17. Januar, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Gallus in Steinhöring statt. Die Urnenbestattung im Gemeindefriedhof schließt sich an.

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