Nachruf:Trauer um Gerd Gietl

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Nachruf: Gerd Gietl war von 2002 bis 2014 für die Freien Wähler im Ebersberger Stadtrat und im Kreistag. In dieser Zeit war er außerdem Stellvertreter des Landrates.

Gerd Gietl war von 2002 bis 2014 für die Freien Wähler im Ebersberger Stadtrat und im Kreistag. In dieser Zeit war er außerdem Stellvertreter des Landrates.

(Foto: Christian Endt)

Die Konkurrenz der beiden Städte des Landkreises hat eine gewisse Tradition, einer, der damit zu spielen wusste, war Gerd Gietl. Dem langjährigen Ebersberger Stadtrat oblag es eine Zeit lang, als Ältestem des Gremiums, jedes Jahr in der Dezembersitzung eine kleine Jahresbilanz zu ziehen. Gietl begann diese gerne mit dem Spruch, mit welchem die Grafinger die Ebersberger gelegentlich aufziehen: "Nach Ebersberg muss man, nach Grafing kommt man freiwillig." Was, wie der "Alterspräsident" des Stadtrates dann ausführlich darlegte, kompletter Unsinn sei, schließlich sei Ebersberg reich an Dingen, zu welchen die Leute sehr gerne freiwillig kämen.

Gerne vorbeigekommen ist Gietl auch immer bei Menschen, die ein schönes Jubiläum, etwa einen runden Geburtstag oder Hochzeitstag zu feiern hatten. Seit 2002 war der Kreis- und Stadtrat der Freien Wähler einer der Stellvertreter des Landrates, zunächst von Gottlieb Fauth, später von Robert Niedergesäß. In dieser Eigenschaft erwarb sich Gietl den Spitznamen "vier G", weil er sich bei den vielen Anlässen immer mit den Worten vorstellt: "Grüß Gott, Gerd Gietl." Bis 2014 blieb er der bekannteste Gratulant des Landkreises, bei den Kommunalwahlen verfehlte er aber den Wiedereinzug in den Stadtrat und den Kreistag.

Gerd Gietl war zuvor lange Jahre Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung. Nach seinem Ruhestand widmete sich der gebürtige Landshuter der Kommunalpolitik. Doch nicht nur in Arbeit und Politik hat sich Gietl im Landkreis engagiert, er war auch Gründungsmitglied zweier großer privater Hilfsorganisationen: Die Ebersberger Ableger des Rotary und des Lions Club. Auch in anderen Vereinen war Gietl engagiert, etwa im Sozialverband VdK, beim Roten Kreuz, im Verein Lebenshilfe und beim Förderverein Waldsportpark Ebersberg. Als Vorsitzender der Kreisverkehrswacht hat sich Gerd Gietl zudem jahrelang für die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr eingesetzt.

Am vergangenen Freitag ist Gerd Gietl zwei Monate nach seinem 86. Geburtstag gestorben.

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